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Norddeutschland Bei "Prank Videos" hört der Spaß auf
Nachrichten Norddeutschland Bei "Prank Videos" hört der Spaß auf
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15:27 05.12.2018
Schleswig-Holsteins Landespolizeiamt hat vor "Prank Videos" im Internet mit Darstellungen fiktiver Gefahrensituationen gewarnt. Quelle: Juliane Häckermann (Symbolfoto)
Kiel

Bei "Prank Videos" (Prank = engl. für Scherz) versteht die Polizei Schleswig-Holstein keinen Spaß: Da in der jüngsten Vergangenheit durch das Filmen Polizeieinsätze ausgelöst wurden, wollen das Landespolizeiamt Schleswig-Holstein und die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt die Amateur-Filmemacher auf Gefahren und möglichen Kosten hinweisen.

Prank Videos für Gefahrensituation gehalten - Verursacher zahlt Polizeieinsatz

"Diese Videos sind mehr als nur schlechte Scherze. Sie können Unbeteiligte gefährden oder ungerechtfertigte Notrufe auslösen", sagt Dennis Schneider vom Landespolizeiamt in Kiel.

Besonders "Pranks", in denen Menschen erschreckt werden oder eine fiktive Gefahrensituation in möglichst dramatischen Szenen gefilmt wird, sind für Außenstehende oftmals nicht von einem echten Unfall oder einer vermeintlichen Straftat zu unterscheiden.

„Es kommen bei Fällen dieser Art eine ganze Reihe von Straftatbeständen und schwerwiegenden Folgen in Betracht“, sagte Schneider. Dazu gehörten Körperverletzung, Nötigung und Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten.

Für damit verbundene Polizeieinsätze drohen dem Verursacher Kosten in erheblicher Höhe.

Polizeieinsätze in Schleswig-Holstein durch Prank-Video-Dreh

Zuletzt hatten Jugendliche im Kreis Pinneberg mit inszenierten Bedrohungsszenen einen Polizeieinsatz verursacht, weil andere Youtube-Nutzer die vorgetäuschte Story in einem Livestream für echt gehalten und den Notruf gewählt hätten.

In Kiel wollten laut Polizei zwei Jugendliche den Wurf einer Bombe vortäuschen, filmen und damit dem Sicherheitspersonal am Hauptbahnhof einen Streich spielen. Sie wurden gestellt, ohne dass ein Großeinsatz der Polizei ausgelöst wurde.

Laien-Filmproduktion vs. offizieller Dreh

Dass die Szenen einer zufällig gefilmten, echten Straftat täuschend ähnlich sehen, würden - so die Polizei - die Youtuber oft billigend in Kauf nehmen. Die Polizei müsse jede Meldung prüfen und stelle dann womöglich vor Ort fest, dass es sich um eine inszenierte Laien-Filmproduktion für YouTube handelt.

Anders ist es bei professionellen Dreharbeiten: Hier müssen Produktionsfirmen vor Drehs Genehmigungen und vor der Veröffentlichung Einverständniserklärungen einholen.

"Das öffentlichkeitswirksame Beispiel der Verurteilung eines Hamburger YouTubers zeigt, dass diese Einschätzung falsch ist. Das Fehlverhalten bei Youtube führt zu ganz realen juristischen und finanziellen Folgen", sagt Schneider.

Von KN/dpa

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