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Norddeutschland Polizei-Skandal: Vater hält Vorwürfe für falsch
Nachrichten Norddeutschland Polizei-Skandal: Vater hält Vorwürfe für falsch
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21:20 25.07.2016

Im Sexismus- und Rassismusskandal der Landespolizeischule Eutin droht den beschuldigten Polizeianwärtern jetzt offenbar tatsächlich die Entlassung. Das Landespolizeiamt habe zumindest einem der Männer schriftlich mitgeteilt, man habe nach Bewertung des Gesamtvorgangs die Absicht, ihn aus dem Landesdienst zu entfernen, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Allerdings hat sich nun auch der Vater einer Polizeischülerin, ein SPD-Kommunalpolitiker aus dem Rendsburgischen, zu Wort gemeldet und einen Teil der Vorwürfe gegen den jungen Mann bestritten.

„Die Anzeige ist der durchschaubare Versuch, die eigentlichen politischen Fragen, die sich in dem Fall stellen, aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu ziehen.“ Patrick Breyer, Piraten-Fraktionschef

Gegen den Piraten- Landtagsabgeordneten Patrick Breyer, der die Vorfälle öffentlich machte, und drei Ex-Anwärter-Kolleginnen seiner Tochter erstatte er sogar Strafanzeige wegen „falscher Verdächtigung“.

Ende 2014 hatten sich die drei jungen Frauen bei ihren Vorgesetzten über sexuelle Belästigungen durch männliche Mit-Auszubildende beschwert. Einer Kollegin, der Tochter des Politikers, sei zum Beispiel im Schwimmbad auf das Gesäß geschlagen worden. Außerdem seien in der WhatsApp-Gruppe des Jahrgangs sexistische und rassistische Bilder gepostet worden. Die Führung der Polizeischule stellte die Ermittlungen allerdings ein, ohne die Beschuldigten zu hören oder ein Disziplinarverfahren zu eröffnen. Die Staatsanwaltschaft Lübeck konnte gar nicht erst ermitteln, weil ihr Akten zu spät zugeschickt wurden. Alle Unterlagen wurden vernichtet.

Breyer grub die Dokumente wieder aus, sie erreichten das Innenministerium. Dort ordnete man an, den Fall erneut zu untersuchen. Zwei beschuldigte männliche Polizeianwärter wurden daraufhin am 1. Juli diesen Jahres nicht, wie eigentlich vorgesehen, zu Beamten auf Probe ernannt. Bis Ende dieser Woche muss das Innenministerium endgültig über ihre Entlassung oder ihren Verbleib im Dienst entscheiden, sonst endet ihr Dienstverhältnis automatisch zum 1. August.

Am 11. Juli nun gab die Polizeischülerin, die den Schlag aufs Gesäß abbekommen hatte, eine dienstliche Erklärung ab. Den Schlag bestreite sie zwar nicht, er sei aber anders gemeint gewesen, erklärt ihr Vater. Er habe seiner Tochter als langjähriger, im Dienstrecht versierter Bundeswehrsoldat zu dieser Erklärung geraten, weil sie die Sache mit den Männern damals ja gleich in einem Gespräch habe klären können. Seine Tochter sei offenbar dazu benutzt worden, gegenüber den beschuldigten Männern strafrechtlich relevante Vorhaltungen zu konstruieren. Und Breyer habe die Männer dann später im Wissen um die öffentliche Wirkung seines Mandats unbewiesen bezichtigt, solche Straftaten begangen zu haben.

Zu den sexistischen und rassistischen Bildern, die in der WhatsApp-Gruppe gepostet worden sein sollen, könnten aber weder er noch seine Tochter etwas sagen, sagt der Vater dann aber noch. Breyer weist dessen Anschuldigung zurück. Die Vorwürfe hätten die drei ehemaligen Polizeianwärterinnen erhoben. Er wisse nicht, ob sie zuträfen, aber er fordere, dass sie aufgeklärt werden. Und genau das geschehe jetzt ja auch. Aus seiner Sicht sei die Strafanzeige der durchschaubare Versuch, die eigentlichen politischen Fragen, die sich in dem Fall stellen, aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu ziehen.

Wolfram Hammer

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