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Norddeutschland Polizei aus Mecklenburg stellt flüchtigen Sexstraftäter in Polen
Nachrichten Norddeutschland Polizei aus Mecklenburg stellt flüchtigen Sexstraftäter in Polen
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21:18 16.09.2013

Die Handschellen klicken in Kolbaskowo. Im 400-Einwohner-Dorf an der deutsch-polnischen Grenze stellen zwei Beamte der Bundespolizei aus Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) den Mann, nach dem vier Tage lang ganz Europa fahndet: Fabrice Anthamatten, Vergewaltiger und mutmaßlicher Mörder einer 34-jährigen Sozialtherapeutin (die LN berichteten).

Widerstandslos ergibt sich der 39-Jährige den beiden Polizeibeamten. Damit endet eine Flucht, die Anthamatten von der Schweiz durch ganz Deutschland und durch Mecklenburg-Vorpommern führte.

Es ist Sonntag, gegen 15 Uhr. Zwei Beamte der Bundespolizei aus Pasewalk sind auf der A 11 Richtung Stettin unterwegs. Nahe des ehemaligen Grenzübergangs taucht ein weißer Citroën Berlingo vor ihnen auf. Ein Blick auf das Genfer Nummernschild räumt jeden Zweifel aus: Es ist der gesuchte Fabrice Anthamatten. „Aufgrund der Fahndungsinformation haben die Kollegen sofort erkannt, dass es sich um das Fahrzeug handelt“, sagt Manina Puck, Sprecherin der Bundespolizeiinspektion.

Die Polizisten nehmen die Verfolgung auf, bis über die Landesgrenze nach Polen. In Kolbaskowo, einem Dorf zehn Kilometer südwestlich von Stettin, bremsen die Beamten den Flüchtigen schließlich aus.

Anthamatten leistet keinen Widerstand. Bereitwillig zeigt er den Polizisten sogar, wo er die Tatwaffe versteckt hat, mit der er vergangenen Donnerstag die Genfer Sozialtherapeutin Adeline M. ermordet haben soll.Das Messer liegt in einem Rucksack. Anthamatten soll es sich kurz vor dem Mord gekauft haben. „Die Beamten haben den Verdächtigen dann festgehalten, bis die polnische Polizei eingetroffen ist und ihn festgenommen hat“, erklärt Polizeisprecherin Puck.

Anthamatten sitzt jetzt im polnischen Polizeiarrest in Stettin. Schweizer Medien zufolge soll die Genfer Staatsanwaltschaft bereits einen Auslieferungsantrag gestellt haben. „Ob eine Auslieferung in die Schweiz erfolgt oder nicht, wird im Rahmen der internationalen Rechtshilfe zu prüfen sein“, betont Manina Puck. Stimme Fabrice Anthamatten einer Auslieferung zu, könne er binnen weniger Wochen an die Schweiz übergeben werden, hatte die Genfer Generalstaatsanwaltschaft erklärt.

Anthamatten war bislang wegen zweier in Frankreich begangener Vergewaltigungen in der Genfer Justizvollzugsanstalt inhaftiert. Er war zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Am Donnerstag vergangener Woche hatte ihn seine Therapeutin Adeline M. zu einer Reittherapie begleiten wollen. Auf dem Hof nahe Genf kamen die beiden aber nie an. Wenig später fand man die Leiche der jungen Frau in einem Waldstück. Mit einem Messer war der Mutter einer acht Monate alten Tochter die Kehle durchgeschnitten worden.

Noch wird darüber spekuliert, warum Anthamatten ausgerechnet Richtung Polen floh. Der polnische TV-Sender „TVP“ berichtet, dass eine ehemalige Therapeutin des Straftäters hier leben soll und mutmaßt, dass Anthamatten Hilfe bei der Frau gesucht haben könnte. Oder aber sie töten wollte.

Antje Bernstein

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