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Norddeutschland Polizei erschießt aggressiven Hund
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21:10 11.08.2015
Staffordshire-Terrier standen auf der abgeschafften Rasseliste.
Kiel

Eine schwere Kampfhund-Attacke in Boksee (Kreis Plön) hat die politische Diskussion um das erst im Juni verabschiedete Hundegesetz des Landtages neu entfacht. Ein Staffordshire-Terrier hatte in der Nacht zu gestern seine Halterin in ihrem Haus angegriffen und erheblich verletzt. Die Polizei musste anrücken und das Tier mit mehreren Schüssen töten.

Der blutige Zwischenfall ereignete sich nach Angaben von Silke Manthey von der Polizeidirektion Kiel gegen 2 Uhr. „Der Staffordshire-Terrier soll plötzlich ausgerastet sein und die Hundekennerin aus unerklärlichen Gründen in Bein und Gesäß gebissen haben“, sagt Manthey. In ihrer Verzweiflung habe die 36-Jährige, die das Tier in Pflege genommen hatte, den Hund ebenfalls gebissen, um sich zu befreien. Trotz erheblicher Verletzungen sei es der erfahrenen Hundehalterin gelungen, das aggressive Tier in die Küche zu sperren.

Ein Untermieter, der im Obergeschoss des Hauses am alten Gutspark wohnt, hörte die Schreie der Frau und alarmierte die Rettungsleitstelle. Zwei Polizisten wurden nach Boksee geschickt. „Der Staffordshire-Terrier war unberechenbar und äußerst aggressiv, befand sich zudem nur hinter einem Kindersicherungsgitter, das er leicht hätte überspringen können“, sagt Manthey. Die Halterin habe die Beamten schließlich gebeten, das Tier zu töten. „Ein Schuss traf den Hund, dem es allerdings noch gelang, in einen nicht einsehbaren Abstellraum zu flüchten“, so die Polizeisprecherin. Als sich einer der Beamten nach 15 Minuten vom vermeintlichen Tod des Tieres vergewissern wollte, sei er von dem Hund angegriffen worden. Neun weitere Kugeln musste der Polizist abfeuern, bevor der Terrier tot gewesen sei.

Die Kampfhund-Attacke sorgt jetzt für neue politische Diskussionen. Erst im Juni hatte der Landtag mit den Stimmen von SPD, Grünen, SSW und FDP entschieden, ab 2016 die umstrittene Rasseliste, bei der bestimmte Hunderassen grundsätzlich als gefährlich eingestuft werden, abzuschaffen und ein neues Hundegesetz einzuführen. Nach diesem soll das Verhalten jedes einzelnen Hundes und nicht mehr dessen Rasse betrachtet werden, sollte das Tier auffällig geworden sein. „Der jüngste Vorfall in Boksee sollte zum Anlass genommen werden, über Nachbesserungen im Gesetz nachzudenken“, verlangt Heiner Rickers (CDU). Mit der Abschaffung der Rasseliste werde nicht genug zum Schutz von Menschen getan.

FDP-Tierschutzexperte Oliver Kumbartzky kontert: „Die von der CDU als Allheilmittel angesehene Rasseliste hätte den Ausraster dieses Hundes auch nicht verhindert.“ Die Leiterin des Kieler Tierschutzes, Elisabeth Haase, pflichtet bei: „Diesen Zwischenfall hätte es auch mit jedem anderen Hund geben können.“

Bastian Modrow

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