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Norddeutschland Polizei warnt: Falsche Polizisten nehmen Rentner aus
Nachrichten Norddeutschland Polizei warnt: Falsche Polizisten nehmen Rentner aus
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14:01 13.08.2016

Sie versuchten, Senioren dazu zu bringen, ihr Geld von Konten, aus Bankschließfächern oder Tresoren zu holen und den Tätern zu übergeben.  „Das ist zum Glück nur in wenigen Fällen gelungen, aber der Schaden ist hoch“, so Uwe Keller vom Kieler Landeskriminalamt. Es gehe um hunderttausende Euro.

„Die Opfer sind in der Mehrheit ältere Frauen“, sagt Keller. Die Täter, die oft im Ausland sitzen, würden ihre Opfer anhand der Telefonbücher heraussuchen. „Sie durchforsten deutsche Telefonbücher gezielt nach Trägern altmodischer Vornamen, die mit ihrer Anschrift verzeichnet sind.“ Beim Anruf würden die Täter sich als Polizisten oder Staatsanwälte ausgeben – in akzentfreiem Deutsch.

In Lübeck sei eine Rentnerin aufgefordert worden, ihr Geld in ein Paket zu packen und nach Nordrhein-Westfalen zu senden, da ein Einbruch bevorstehe, berichtet Detlef Hardt vom Weißen Ring.

Ein typischer Fall, wie Keller weiß. Meist spreche der Täter seine Opfer mit Vornamen an und erkläre, dass er den Wohnort kenne. Er berichte von vermehrten Einbrüchen in der Umgebung und einem festgenommenen Täter, bei dem man Zettel mit Namen und Adresse des Angerufenen gefunden habe. Der Anrufer gebe dann vor, er könne Geld und Wertsachen abholen und sicher verwahren.

In anderen Fällen berichteten Anrufer von mafiösen Strukturen bei der Bank und forderten die Opfer auf, sicherheitshalber ihr Geld abzuheben und vorläufig zu Hause zu deponieren. Auf Bedenken der Bankmitarbeiter würden die Geschädigten vorbereitet. Manchmal würden die Opfer zum Mitteilen von Banknotennummern aufgefordert. Dann heiße es, das sei Falschgeld, das die Polizei abholen müsse. Oder es werde gar telefonisch die Pinnnummer für eine Online- Überweisung abgefragt.

„Die Täter gehen meist arbeitsteilig vor“, schildert Keller. Perfekt geschulte Telefonisten würden die Abholungen einfädeln, andere Täter später bei den Opfern erscheinen. Die Geschädigten würden sogar eine Rückrufnummer erhalten.

Keller: „Ziel der Täter ist es, sich Zutritt in die Wohnungen zu verschaffen, um dann durch Ablenkung und dreiste Lügen an Geld und Wertgegenstände zu gelangen.“ Keller rät, die Adresse nicht mehr im Telefonbuch zu veröffentlichen und den Vornamen abzukürzen. Fremde gehe es nichts an, wie viel Geld man habe. „Polizeibeamte würden Sie nie danach fragen oder telefonisch zu einer Zahlung auffordern.“ (www.polizei-beratung.de)

 stö

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