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Norddeutschland Polizeipräsenz wirkt: Zahl der Einbrüche sinkt
Nachrichten Norddeutschland Polizeipräsenz wirkt: Zahl der Einbrüche sinkt
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20:16 06.08.2017
Ein Kriminalbeamter demonstriert in der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, wie ein ungesichertes Fenster mit einem Schraubenzieher aufgebrochen werden kann. Quelle: dpa
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Kiel/Lübeck

Besonders starke Rückgänge verzeichneten die Polizeidirektionen Bad Segeberg und Ratzeburg. Nicht ganz so gut sieht es in Kiel, Neumünster und Lübeck aus.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurden nach Auskunft des LPA in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 199 Einbrüche registriert, im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 276. Der Kreis Segeberg meldete 271 Einbrüche (Januar bis Juni 2016: 448); in Ostholstein wurden 126 Einbrüche verübt (192); im Kreis Stormarn 315 Einbrüche (428). Dabei ist in einigen Kreisen in einzelnen Monaten im Vergleich zu den Vorjahren sogar „ein erfreulicher Rückgang der Wohnungseinbruchsdelikte um bis zu 80 Prozent“ festzustellen, sagt Rainer Bretsch, zuständig für Wohnungseinbruchsdelikte im Landeskriminalamt. Das gilt etwa für den Januar in Nordfriesland.

„Das zeigt uns, dass unsere Maßnahmen greifen, besonders dort, wo ein großer Anteil der Taten durch überregional tätige, professionell agierende Gruppierungen verursacht worden sind“, so Bretsch. Seit 2012 gibt es im Norden ein sogenanntes Wohnungseinbruchskonzept. So seien im Bereich der Polizeidirektionen Ratzeburg und Bad Segeberg auch Anhalte- und Sichtkontrollen gemacht worden, die die Täter offenbar abschreckten, berichtet LPA-Sprecher Jürgen Börner.

Zudem stehen den Beamten seit einigen Monaten auch noch 28 speziell ausgebildete Spurensicherungskräfte zur Seite.  „Polizeipräsenz und unverhoffte Kontrollen machen sich bemerkbar“, meint Detlef Hardt, Leiter der Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ in Lübeck. Das schaffe Unruhe und Verunsicherung im potenziellen Täterkreis und zugleich Ruhe und Vertrauen in der Bevölkerung.

„Die Tendenz stimmt“, kommentierte Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts die Zahlen. Es zahle sich aus, dass die Polizei die Tatortarbeit professionalisiert habe. Man sei auf dem richtigen Weg, indem man die Bereiche Fahndung, Ermittlung und Spurenauswertung weiter ausbaue. Aber: „Jeder Einbruch ist noch ein Einbruch zu viel.“ Das Land habe das Förderprogramm zum Einbruchsschutz um eine Million Euro aufgestockt.

In Lübeck gab es im ersten Halbjahr 2017 genau 241 Wohnungseinbrüche, das sind vier Taten mehr gegenüber dem Vergleichszeitraum. Jedoch habe es – anders als in anderen Gegenden – in der Hansestadt in den vergangenen Jahren keinen starken Anstieg gegeben, hatte Kriminalhauptkommissar Detlef Riedel erklärt. Die Zahlen seien in den vergangenen fünf Jahren etwa konstant geblieben.
„Wir haben nach wie vor Tätergruppen, die bestimmte Bereiche wie den Hamburger Rand oder die Nähe zu Autobahnen bevorzugen“, so Bretsch.

In größeren Städten wie Kiel und Neumünster gebe es darüberhinaus aktive örtliche Täterstrukturen, die sich Ortskenntnisse zunutze machten. Ähnliche Zahlen gibt es auch aus Hamburg: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 3357 Einbrüche registriert. Das ist ein Rückgang um 27 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2016. Möglicherweise hat es sich in Verbrecherkreisen herumgesprochen, dass in Hamburg eine Sonderkommission mit knapp 100 Leuten Einbrecher jagt.

Von Julia Paulat

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