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Norddeutschland Polizisten trainieren mit neuem Gewehr
Nachrichten Norddeutschland Polizisten trainieren mit neuem Gewehr
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21:12 13.01.2017
Eutin/Kiel

Die Ausstattung der schleswig-holsteinischen Landespolizei mit dem Schnellfeuergewehr G36C ist beschlossene Sache. Gut zwei Millionen Euro stellt die Kieler SPD-Grünen-SSW-Landesregierung in diesem Jahr dafür zur Verfügung (die LN berichteten). Bis Sommer sollen die 522 Waffen geliefert werden. Jetzt laufen bei der Polizei die Vorbereitungen auf Hochtouren, um die Beamten auch für den Einsatz mit dem G36 fit zu machen.

Für das Gewehr vom Typ G36 wird die Polizei geschult. Quelle: Foto: Fellechner

Im Gegensatz zur Maschinenpistole MP5, über die die Beamten bereits verfügen und die für Einsätze auf 25 Meter Distanz ausgelegt ist, kann das Schnellfeuergewehr auf bis zu 800 Meter präzise und mit hoher Durchschlagskraft feuern, vor allem auch Einzelfeuer. Die Kugeln selber fliegen sogar noch weiter. Damit sollen auch Streifenbeamte, die als erste an einen Tatort kommen, in die Lage versetzt werden, Terroristen mit schweren Waffen und Schutzwesten bekämpfen zu können. Allerdings birgt der G36-Einsatz eben gerade wegen der höheren Reichweite und Durchschlagskraft der Munition auch höhere Risiken für Unbeteiligte.

„Mit der Modernisierung der Bewaffnung, deren Beschaffung jetzt in Auftrag gegeben werden kann, wird auch ein Aus- und Fortbildungskonzept erarbeitet“, sagt Patrick Tiede, Sprecher des Kieler Innenministeriums. Es sei vorgesehen, „dass die Beschulung in das ohnehin turnusmäßig zu absolvierende Einsatz- und Schießtraining der Polizeibehörden integriert werden wird“. In der Polizeischule in Eutin bereitet man sich darauf bereits vor. Man werde dafür neues Personal benötigen und eine neue Schießbahn, heißt es dort. Schließlich soll dann jeder der 290 Mercedes-Vito-Polizei-Vans, die landesweit im Einsatz sind, mit einem Schnellfeuergewehr ausgerüstet werden. 232 G36C sind darüber hinaus für die Spezialeinheiten vorgesehen, also für die Spezialeinsatzkommandos und das Mobile Einsatzkommando.

Die Polizeigewerkschaft GdP hatte die Anschaffung der Schnellfeuergewehre angesichts der wachsenden Terrorgefahr seit Langem gefordert. Die Grünen in der Koalition hatten SPD-Innenminister Stefan Studt allerdings zunächst gebremst. Bei der Landtags-Opposition kam die Entscheidung für den Kauf, die schließlich in dieser Woche fiel, gut an. „Eine bessere Bewaffnung der Landespolizei ist längst überfällig“, erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU- Landtagsfraktion, Axel Bernstein. Die Union sehe in der Ankündigung einen „notwendigen ersten Schritt“, es gebe aber noch weitere Handlungsnotwendigkeiten. Dazu gehörten zum Beispiel eine verbesserte Ausstattung der Landespolizei im Norden mit gepanzerten Fahrzeugen und Fortbildungen zum Umgang mit Terrorlagen.

„Auf terroristische Bedrohungen müssen die Länder auch mit einer besseren Bewaffnung ihrer Polizei reagieren“, sagt auch der FDP-Innenpolitiker Ekkehard Klug. Die Ausstattung mit dem G36 habe auch überhaupt nichts mit einer von den Nord-Grünen befürchteten Militarisierung der Polizei zu tun, „sondern mit ihrer Fähigkeit, Gefahren wirkungsvoll begegnen zu können“.W.Hammer

LN

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