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Polzeieinsätze der ersten Festival-Nacht: Randale, Ruhestörung und Raketenfund

Wacken Polzeieinsätze der ersten Festival-Nacht: Randale, Ruhestörung und Raketenfund

Nahezu staufrei ist die Anfahrt der Festival-Teilnehmer am Hauptanreisetag am Mittwoch verlaufen. So stressfrei wie die Anreisewelle verlief der Mittwoch auch die Kriminalität betreffend. Die Polizei hatte nur mit wenigen, dafür aber zum Teil skurrilen Fällen, zu tun.

Quelle: Christophe Gateau/dpa

Wacken. Aus der Polizeimeldung vom Donnerstagmorgen:

Frühe Abreise ohne Zelt

Für einen Randalierer endete das Festival bereits am Mittwoch - er war nach dem anfänglichen Verdacht des Diebstahls von Mitarbeitern der Security aufgegriffen worden. Als diese ihm sein Zugangs-Bändchen abnehmen wollten, rastete der Mann aus, so dass die Angehörigen des Sicherheitsdiensts ihn fixierten und letztlich der Polizei übergaben. Starke Stimmungsschwankungen und ein Atemalkoholwert von 2,52 Promille veranlassten die Einsatzkräfte schließlich, den Mann im Itzehoer Polizeigewahrsam unterzubringen. Bis 6 Uhr nüchterte er hier aus, um im Anschluss seinen Zeltplatz in polizeilicher Begleitung zu räumen. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings, da der Mann sein Zelt nicht wieder fand. Nun muss er sich wohl ohne Gepäck auf die Rückreise begeben.

Musik zu laut

Ob ein männlicher Besucher bei dem Kauf eines Festival-Tickets tatsächlich wusste, worauf er sich einließ, ist zu bezweifeln. Der Mann beschwerte sich in den frühen Morgenstunden bitterlich über Musik auf einem der Campingplätze - offenbar fühlte er sich in seiner Nachtruhe gestört. Möglicherweise helfen ihm Ohrstöpsel, den Rest des Festivals zu überstehen und so dem Stress mit seinen Nachbarn aus dem Weg zu gehen.

Raketen im Gepäck

Ebenfalls frühzeitig endete das W:O:A für einen Mann aus Brunsbüttel und drei weitere aus dem Landkreis Göppingen, weil sie auf dem Zeltplatz einen Sprengkörper samt Metallschachtel zündeten. Die Splitter flogen bis zum benachbarten Zelt, was die Bewohner die Polizei alarmieren ließ. Bei den Beschuldigten fanden die Beamten einige Raketen. Das Quartett muss sich nun strafrechtlich für sein Verhalten verantworten und wird noch heute das Veranstaltungsgelände verlassen.

Volltrunken hinterm Steuer

Eine Streife kontrollierte am Mittwoch um 16.20 Uhr nach einem Hinweis auf eine mögliche Trunkenheitsfahrt in der Hohenhörner Straße in Holstenniendorf den Fahrer eines Geländewagens. Der hatte sich tatsächlich mit 3,32 Promille ans Steuer gesetzt, worauf die Einsatzkräfte eine Blutprobenentnahme bei dem 54-Jährigen anordneten. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen der Trunkenheit im Verkehr. Drei weitere Verkehrsteilnehmer mussten sich ebenfalls Blut abnehmen lassen, weil bei ihnen der Verdacht bestand, dass sie unter dem Einfluss von Drogen mit ihren Fahrzeugen unterwegs gewesen sind. Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige winkt den Betroffenen nun.

Neben diesen zum Teil doch recht ausgefallenen Meldungen, musste die Polizei sich aber auch Fälle von sexueller Belästigung, Körperverletzung und zahlreichen Diebstählen auseinandersetzen. So zeigten gleich zwei Frauen am ersten Festivaltag unabhängig voneinander sexuelle Belästigungen an - eine von ihnen war in alkoholisiertem Zustand in ein fremdes Auto zu zwei Männern gestiegen, die sie kurz vor 4 Uhr unsittlich berührten. An einer Zufahrt zu einer Campingfläche verließ die 33 Jahre den Wagen wieder und informierte später die Polizei. Eine erste Suche nach dem Auto der Täter verlief negativ.

Zu einer gefährlichen Körperverletzung kam es gegen 20.20 Uhr in der Hauptstraße. Hier schlug ein 23-Jähriger einem 46-Jährigen mit einem Stock ins Gesicht. Eine eingesetzte Streife nahm dem Beschuldigten später den Knüppel und ein Messer ab und ordnete bei dem Mann die Entnahme einer Blutprobe an - ein zuvor absolvierter Atemalkoholtest lieferte ein Ergebnis von 2,05 Promille. Neben der Anzeige erhielt der Schläger einen Platzverweis für den gesamten Veranstaltungsraum.

Mittlerweile haben sich auch einige Geschädigte nach Diebstählen bei der Polizei gemeldet - vielfach machten sich die Diebe an den Zelten der Betroffenen zu schaffen, schreckten aber auch nicht vor Fahrzeugen zurück. Unter anderem stahlen Unbekannte aus einem unverschlossenem Fahrzeug 500 Euro, ebenso wurde ein Motorrad samt Schlüssel gestohlen - eine rot-weiße Maschine von Honda mit kroatischen Kennzeichen. Zeugen, die dieses Fahrzeug irgendwo entdecken, sollten sich dringend an die Polizei wenden.

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