Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Ponys erschreckt: Kinder verletzt
Nachrichten Norddeutschland Ponys erschreckt: Kinder verletzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 02.04.2016
Die Täter schlugen Freitagabend auf dem Frühjahrsdom zu. Quelle: dpa
Anzeige
Hamburg

Ein Täter konnte festgenommen werden. Der Staatsschutz ermittelt.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Tanja von der Ahé seien vier Männer gegen 19.45 Uhr in das Zelt des Pony-Karussells vorgedrungen, als mehrere Kinder gerade ihre Runden auf den von Mitarbeitern geführten Ponys drehten. Die Männer hätten Flatterband dabei gehabt und die Ponys damit wild gemacht. Mehrere Tiere scheuten, rannten quer über die Bahn. Zwei Mädchen fielen zu Boden, eines zog sich Schürfwunden, das andere leichte Kopfverletzungen zu. „Das Kind wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, es ist aber nichts nichts Schlimmeres passiert“, sagte von der Ahé.

Eltern mussten während der Attacke aber mitansehen, wie ihre Kinder aus dem Sattel flogen, mitgeschleift wurden und kopfüber in den Steigbügeln hingen, berichteten mehrere Online-Ausgaben Hamburger Zeitungen. Einer der Männer konnte von den Anwesenden festgehalten und der Polizei übergeben werden. Die anderen drei flüchteten.

Zum Motiv wollte die Polizeisprecherin keine Angaben machen. Ein politischer Hintergrund sei aber nicht auszuschließen, da es sich um eine Tat militanter Tierrechtler handeln könnte. Der Verdächtige sei nach Feststellung seiner Personalien zunächst entlassen worden.

Tierschützer hatten in den vergangenen Wochen immer wieder gegen das Pony-Karussell auf dem Dom protestiert. Unter anderem hatte der Hamburger Tierschutzverein bei einer Demonstration auf dem Heiligengeistfeld von einem „Missbrauch der Tiere als Karussellfiguren gesprochen“. Politiker der Hamburger Grünen und der Linken hatten ebenfalls eine Unterschriftenaktion der „Tierrechtsinitiative Hamburg“ zum Anlass genommen, um ein Verbot des Pony-Reitens zu fordern. Der Hamburger Senat lehnte das Ansinnen aber am Donnerstag ab. Weder sei gegen Tierschutzbestimmungen verstoßen worden, noch gebe es Anzeichen, dass Ponyreiten „nicht mehr attraktiv“ sei, hieß es zur Begründung.

Eine Angehörige der Schausteller-Familie reagierte gegenüber den LN entsetzt auf den Vorfall. „Wir haben unseren Betrieb seit über 30 Jahren, aber so etwas ist nie passiert.“ Mit Beschimpfungen von Tierschützern lebe man zwar seit Jahren, „aber das hier ist kriminell.“ Entgegen den Vorwürfen sei der Betrieb sogar für artgerechte Tierhaltung ausgezeichnet worden. Die Ponys würden vom Veterinäramt regelmäßig kontrolliert und könnten sich außerhalb der Geschäftszeit frei auf einem Außengelände bewegen. „Mit diesen Leuten kann man aber nicht diskutieren“, sagte sie.  Oliver Vogt

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige