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Norddeutschland Preiskampf der Gasversorger: Experten raten zum Wechsel
Nachrichten Norddeutschland Preiskampf der Gasversorger: Experten raten zum Wechsel
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09:24 31.03.2016
Quelle: dpa
Lübeck

Allerorten flattern in diesen Tagen die Jahresabrechnungen der Gasanbieter ins Haus. Doch Geld heraus gibt es für Privathaushalte nur in wenigen Fällen – oder in geringer Dosis. Früher an den Ölpreis gekoppelt, ist der Gaspreis im vergangenen Jahr nur um drei bis fünf Prozent gesunken (Heizöl: minus 24 Prozent). Ein Anbieterwechsel lohne sich für viele Gasverbraucher so sehr wie nie zuvor, raten Verbraucherschützer. Denn erste Anbieter haben den Preis jetzt gesenkt, einige radikal. „Eine hohe Zahl an Wechslern setzt die Energieunternehmen unter Druck“, berichtet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein von einem wachsenden Preiskampf.

Nachdem das Heizen mit Öl zuletzt günstiger wurde als mit Erdgas und sogar Holzpellets, folgt für viele Betreiber von Gasheizungen die nächste Ernüchterung. Wer aufgrund üppiger Vorauszahlungen auf eine Erstattung gehofft hatte, wird in der Regel enttäuscht – trotz des milden Winters. Die von Energieversorgern früher bei jeder Preiserhöhung gebrauchte Entschuldigung, der Gaspreis sei zwangsweise an den Ölpreis gekoppelt, gehört der Vergangenheit an.

Immerhin kommt langsam Bewegung ins Preisgefüge. 243 der bundesweit 700 Gasversorger haben in diesem Jahr die Preise gesenkt oder gedenken, das bald zu tun, berichtet das Verbraucherportal Check24. Im Februar zahlten Haushalte beim günstigsten Anbieter im Schnitt 36 Prozent weniger als bei ihrem Grundversorger. Besonders bei Alternativversorgern gingen die Preise in den Keller. Am stärksten senkten im Norden die Stadtwerke Rostock (für Kleinverbraucher -8,0 Prozent) und die Stadtwerke Neumünster (-8,4) ihren Gaspreis. Zum 1. April gibt’s in Neumünster eine neuerliche Senkung um 10,8 Prozent.

Marktführer Eon bewegt sich nicht, rühmt sich damit, die Preise seit 2012 stabil zu halten. Eine verlässliche Prognose über einen längeren Zeitraum sei „derzeit leider nicht möglich“, erklärt Unternehmenssprecher Stefan Moriße.
Die Stadtwerke Lübeck, Grundversorger in der Hansestadt, senken ihren Gaspreis zum 1. April um knapp drei Prozent. Unter den günstigen Anbietern rangieren sie damit lange nicht. „Wir machen Rabattschlachten nicht mit. Das können wir uns gar nicht erlauben“, sagt Stadtwerke-Sprecher Lars Hertrampf. Die Stadtwerke Eutin (Ostholstein) können das. Sie haben das Gas im Grundtarif mit Jahresbeginn um 4,3 Prozent günstiger gemacht. „Wir warten ab“, sagt dagegen Heinz Grothkopp, Geschäftsführer der Vereinigten Stadtwerke mit Sitz in Ratzeburg. Erst im Herbst wolle man über eine neue Preisgestaltung entscheiden.

In den meisten Regionen können Verbraucher unter rund 100 Anbietern wählen.„Verbraucher sollten keine Angst vor dem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter haben“, rät Carina Vogel, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Bei einem Wechsel vorübergehend ohne Gasversorgung zu sein, gehöre zu den Ammenmärchen. Curd Tönnemann

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