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Prinz Henrik soll weniger Gehalt bekommen

LN-Serie: Geschichten aus Dänemark Prinz Henrik soll weniger Gehalt bekommen

Was ist los bei unseren Nachbarn? LN-Mitarbeiter Rüdiger Wenzel blickt nach Norden.

Bürger fordern Gehaltskürzung für Prinz Henrik. Wenn Prinz Henrik, Ehemann der dänischen Königin Margrethe II., schon in Frührente gehen will, dann soll ihm auch das Gehalt gekürzt werden. Das fordern zwei Drittel der Dänen. Gegenwärtig bekommt der Prinz 8,1 Millionen Kronen (1,08 Millionen Euro) Apanage im Jahr. Die Umfragedaten wurden erhoben, nachdem Prinz Henrik nicht nur den Wunsch geäußert hatte, pensioniert zu werden, sondern es auch noch abgelehnt hatte, neben seiner Gattin Margrethe in dem schon vorbereiteten gemeinsamen Grab im Dom von Roskilde beigesetzt zu werden. Die Kürzung müsste allerdings vom Parlament, dem Folketing, beschlossen werden. Ob es dazu kommt, ist fraglich: Denn die Regierung Løkke Rasmussen hat im Haushaltsentwurf für 2018 keine Kürzung, sondern eine Erhöhung der Apanage des Prinzen um 400000 auf 8,5 Millionen Kronen (1,14 Millionen Euro) vorgesehen.

 

LN-Bild

In der Kritik: Prinz Henrik, hier mit seiner Frau, der dänischen Königin Margrethe II.

Quelle: Foto: A. Heimken/dpa

Hygge für Unternehmen: Die Dänen haben es gerne hyggelig, was mit gemütlich nur unzureichend übersetzt ist. Hyggelig hat es auch die dänische Wirtschaft: In keinem anderen europäischen Land ist es so einfach wie im Reich von Königin Margrethe II., ein Unternehmen zu führen. In einer Analyse der Weltbank über die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in 190 Ländern liegt Dänemark auf Platz 3 hinter Spitzenreiter Neuseeland und dem Stadtstaat Singapur. Deutschland dagegen nimmt nur Platz 17 ein. Die Weltbank hat zur Beurteilung der Bedingungen für die Wirschaftsführung zehn Parameter herangezogen, zum Beispiel die Bedingungen für Unternehmensgründungen, Zugang zu Kapital und Energie, grenzüberschreitenden Handel und Besteuerung. In allen Kategorien schneidet Dänemark so gut ab, dass es in der Summe zu dem Spitzenplatz kommt. Deutschlands niedrigere Platzierung liegt besonders an deutlich schlechteren Bedingungen für Unternehmensgründungen. Hier liegt Deutschland nur auf Platz 114, Dänemark dagegen auf Platz 24. Bessere Bedingungen als in unserem nördlichen Nachbarland hat die deutsche Wirtschaft nur bei der – billigeren – Energieversorgung und der Abwicklung von Insolvenzverfahren.

Deutsche Luxus-Gebrauchtwagen gesucht: Auch dänische Autofahrer lieben komfortable Autos. Weil diese als Neuwagen aber wegen der Registrierungabgabe in Höhe von 150 Prozent des Kaufpreises (einschließlich der 25 Prozent Mehrwertsteuer) sehr teuer sind, nehmen sie gerne einen Gebrauchtwagen. Gut ausgestattete Gebrauchte sind aber aus eingangs genanntem Grund in Dänemark knapp. Nur zwölf Prozent der zugelassenen Neuwagen gehörten im vergangenen Jahr zur Ober- und Premiumklasse - im Volksmund gerne „Millionärsklasse“ genannt, weil zum Beispiel in Mercedes S350 oder Audi A8 über rund 1,5 Millionen Kronen (201.600 Euro) kostet. Also importieren dänische Autohändler gerne große Gebrauchtwagen aus den Nachbarländern, vorzugsweise aus Deutschland. Und dieser Import ist in den vergangenen vier Jahren um 66 Prozent gestiegen, berichtete jetzt der Verband Dänischer Autoimporteure. Von den eingeführten Gebrauchten gehören nach diesen Angaben 47 Prozent zur Millionärsklasse, also viermal so viele wie bei den Neuwagen.

Lamborghini-Reform: Mit Steuererleichterungen besonders für Aktienkäufe im Rahmen neu zu schaffender Aktien-Sparpläne will die Regierung Løkke-Rasmussen den Sparwillen der Dänen fördern. In den Medien und sozialen Netzwerken werden die Vorschläge spöttisch „Lamborghini“-Reform genannt. Denn Wirtschaftsminister Brian Mikkelsen hatte den Vorschlag mit dem Hinweis gelobt, dann könne man sich einen Lamborghini von seinem eigenen Geld kaufen. Dumm nur: Dieser Luxus-Sportwagen kostet in Dänemark 8,5 Millionen Kronen (1,14 Millionen Euro).

LN

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