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Norddeutschland Problemwolf tötet weiter
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17:40 13.02.2019
In Rethwisch (Kreis Steinburg) verbreitet ein Wolf Angst und Schrecken. Quelle: C. Rehder/dpa
Rethwisch

Der Problemwolf ist nicht so leicht zu stoppen: Das Tier mit dem Namen „GW924m“, das seit rund zwei Wochen zum Abschuss freigegeben ist, hat erneut Schafe gerissen, darunter wohl auch „Blacky“, ein zweieinhalb Jahre altes Schaf, dass mit der Flasche aufgezogen worden war. Die Bild-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. Der DNA-Nachweis steht allerdings noch aus. Doch die Bewohner in Rethwisch (Kreis Steinburg) sind alarmiert.

„Alle Nachbarn sind in Sorge“, berichtet Landwirt Klaus Otto Magnussen, der in dem Ort nahe der A 23 zwischen Itzehoe und Elmshorn zu Hause ist. Viele bringen ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule, damit sie nicht im Dunkeln an der Bushaltestelle warten müssen, erzählt er. Auch der 52-Jährige hat Angst um seine Kinder. „Unsere Achtjährige möchte abends nicht mehr rausgehen, wenn es schummerig wird.“ Schließlich sei „Blacky“ nur 30 Meter hinter dem Stall gerissen worden, nah am Hof.

Ratlos und frustriert

Die kleine Jette hatte „Blacky“ mit der Flasche aufgezogen, nachdem es von seiner Mutter verstoßen worden war. In einigen Tagen hätte das handzahme Schaf selbst lammen sollen. „Für meine Tochter ist der Verlust schwer zu ertragen“, sagt Magnussen. Insgesamt hat er bereits sechs Schafe und ein 300 Kilo schweres Rind an den Wolf verloren. Die Ergebnisse von weiteren sechs Schafsrissen stehen noch aus. Zuletzt wurde am Dienstag ein Schaf getötet – auf einer von einem 1,08 Meter hohen Herdenschutzzaun umgebenen Weide.

„Das ist eine große Katastrophe für uns“, sagt Magnussen. Er ist ratlos und frustriert. Er weiß nicht, wie er seine 200 Schafe, die 80 Milchkühe und 90 Jungrinder schützen soll. „Wenn das so weitergeht, werden wir die Schafe abschaffen müssen“, sagt er. Die Rinder müssten notfalls Sommer wie Winter im Stall bleiben. „Aber das ist das, was keiner möchte.“ Der Bauer fühlt sich alleingelassen. Er hat auch schon Mails ans Umweltministerium geschrieben, aber keine Antwort bekommen. „Ich würde mir wünschen, dass das Ministerium mehr auf unsere Nöte eingeht.“

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Julia Paulat

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