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Norddeutschland Prozessauftakt im Fall Alt Rehse
Nachrichten Norddeutschland Prozessauftakt im Fall Alt Rehse
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22:10 25.01.2017
Alt Rehse

Gefesselt und gefoltert: Eine 32-jährige Frau, deren Leiche in Alt Rehse bei Neubrandenburg gefunden wurde, hat ein Martyrium erdulden müssen. Das wurde gestern zu Beginn des Prozesses gegen ihren Ex-Lebensgefährten am Landgericht Neubrandenburg deutlich.

Der 51-jährige Angeklagte habe die Frau nackt gefesselt, ihre Haare ans Bett gebunden und sie über etwa zwei Stunden mit einer Peitsche geschlagen, erklärte Staatsanwalt Stefan Gandert. Trinken und Essen habe er ihr verweigert.

Dem Computerfachmann wird Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Vor Gericht wollte der Angeklagte keine Angaben machen. Der 51-Jährige hatte die Frau, die aus Rheinland-Pfalz stammt, über das Internet kennengelernt, berichtete ein Zeuge vor Gericht. Nachdem sie zu dem Mann nach Alt Rehse gezogen war, habe dieser ihr nach einiger Zeit vorgeworfen, dass der Bundesnachrichtendienst sie auf ihn angesetzt und sie ihn bestohlen habe. Nach den Misshandlungen sei sie bewusstlos gewesen, sagte der Zeuge. Kurz danach sei sie gestorben. Die genaue Todesursache ist unklar. Der Angeklagte hatte die Leiche nach eigenen Angaben dann mehrere Wochen in seinem Haus versteckt. Der Vorfall soll sich bereits im sommerlich warmen Juni 2016 ereignet haben, die skelettierte Leiche war aber erst durch Zufall im August im Haus des Mannes gefunden worden.

Nachbarn hatten wegen wiederholter Ruhestörung die Polizei gerufen, die einem sonderbaren Geruch nachging und die Tote fanden. Dorfbewohner und das Ordnungsamt hatten die Frau schon länger vermisst.

Der Mann wurde im Ort als sonderbar betrachtet. Der Prozess wird am 13. Februar mit einem weiteren Polizisten als Zeugen fortgesetzt.

LN

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