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Norddeutschland RAF-Trio überfiel auch Elmshorner Supermarkt
Nachrichten Norddeutschland RAF-Trio überfiel auch Elmshorner Supermarkt
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22:12 07.06.2016
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Hannover/Elmshorn

Die drei mutmaßlichen früheren RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette sind schon seit mindestens fünf Jahren auf Raubzug. Das Trio hat nach jüngsten Erkenntnissen seit dem Jahr 2011 mindestens acht Raubüberfälle in Niedersachsen und Schleswig-Holstein verübt, teilten die Staatsanwaltschaft Verden und das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover gestern mit. Dabei erbeuteten die Ex-Angehörigen der aufgelösten Rote Armee Fraktion knapp 400000 Euro. Die Zahl der Überfälle liegt damit noch höher als zuletzt berichtet worden war.

„Sieben Tatorte liegen in Niedersachsen und einer in Schleswig- Holstein“, sagte LKA-Sprecher Frank Federau. Bisher galt nur als sicher, dass das Trio 2015 erfolglos Geldtransporter in Stuhr bei Bremen und Wolfsburg überfallen hat. Dabei setzte es auch Schnellfeuergewehre und eine Panzerfaust ein. Inzwischen rechnen die Ermittler den früheren RAF-Mitgliedern auch sechs Raubüberfalle auf Supermärkte oder Geldboten in den Jahren 2011 bis 2016 zu. Tatorte waren Celle, Stade, Osnabrück, Northeim und Hildesheim in Niedersachsen und Elmshorn in Schleswig-Holstein. Hier gab es am 28. August 2014 einen Überfall auf einen Marktkauf-Supermarkt, wobei die Täter 46000 Euro erbeuteten. Möglicherweise werde die Liste der Überfälle sogar noch länger, so Federau.

„Die Prüfung läuft.“

Bei den Überfällen auf Einkaufsmärkte oder deren Geldboten gehen die Gesuchten immer ähnlich vor. Sie kaufen sich zunächst ein preiswertes Fluchtauto. Maskiert und mit Schusswaffen und Elektroschocker bewaffnet bedrohen sie dann Angestellte oder Geldboten mit Waffen, zwingen sie zu Boden und verschaffen sich Zugang zum Tresor. Dabei treten sie „stets ruhig, höflich und besonnen“ auf und führen auch „Behältnisse zum Transport des erbeuteten Geldes“ bei sich. Sie verlassen die Tatorte durch Nebentüren, flüchten mit dem Pkw und versteckten diesen dann in der Nähe des Tatorts im Wald. Um Spuren zu beseitigen, zünden sie das Auto an. Bei der Fahndung habe das LKA landesweit auch 4000 Autohändler aufgesucht, sagte Federau. Auf Überwachungskameras von Händlern seien die Ermittler dabei auch auf neue Bilder von Staub und Garweg gestoßen.

Wo sich das Trio derzeit aufhält, ist den Ermittlern ein Rätsel. Das LKA hat die aktuellen Fotos zwar veröffentlicht. Daraufhin seien mehr als 60 Hinweise eingegangen, sagte Federau. Dennoch seien die Gesuchten „wie vom Erdboden verschluckt“, erklärte ein Fahnder. Es gebe keine konkreten Hinweise auf den Aufenthaltsort oder frühere Rückzugsorte. Allerdings führe eine Spur nach Holland. Dort wurde ein Mobiltelefon ausgeschaltet, mit dem einer der Gesuchten Kontakt zu einem Autohändler hatte.

Relativ sicher sind sich die Ermittler, dass das Trio knapp bei Kasse ist. Deshalb befürchte man weitere Überfälle. Staub (61), Garweg (47) und Klette (57) werden der dritten RAF-Generation zugerechnet. Sie werden seit den 1990er Jahren per Haftbefehl gesucht.

LN

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