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Radiologe steht vor Gericht

Hamburg Radiologe steht vor Gericht

Mediziner und zwei Komplizen sollen bei Abrechnungen betrogen haben.

Hamburg. Mit falschen Verordnungen und Abrechnungen von Röntgenkontrastmitteln sollen ein Hamburger Radiologe, sein Geschäftsführer und ein Apotheker die Krankenkassen um mehr als 34 Millionen Euro geschädigt haben. Vor dem Hamburger Landgericht begann gestern ein Prozess gegen den kaufmännischen Geschäftsführer und den Apotheker.

Die Gesellschaft des Radiologen soll in großen Mengen Röntgenkontrastmittel bei dem Arzneimittelgroßhandel des 66 Jahre alten Apothekers gekauft und sie in Einzeldosen abgerechnet haben, erklärte der Staatsanwalt. Die Gewinne aus dem Mengenrabatt sollen zu 95 Prozent an die inzwischen insolvente Radiologie-Gesellschaft Hanserad geflossen sein. Kontrastmittel sind meist Jod-haltige Substanzen, die Patienten vor radiologischen Untersuchungen verabreicht werden, um Blutgefäße, Gallenwege, Magen oder Darm besser sichtbar zu machen.

Der ebenfalls angeklagte Inhaber von Hanserad soll im November 2015 in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen worden sein. Die Hamburger Behörden haben ein Auslieferungsersuchen gestellt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Darüber sei noch nicht entschieden worden. Der 59 Jahre alte Radiologe hatte das Unternehmen aufgebaut und medizinische Versorgungszentren in Hamburg, Neumünster, Geesthacht, Dannenberg (Niedersachsen) und Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern) gegründet.

Die Taten wurden der Anklage zufolge zwischen Juli 2011 und November 2012 verübt. Kurze Zeit später war Hanserad insolvent. Weil der 59 Jahre alte Geschäftsführer und der Apotheker bereits seit Oktober 2015 in Untersuchungshaft sitzen, wurde das Verfahren gegen sie abgetrennt. Sie hätten Anspruch auf ein beschleunigtes Verfahren, hieß es. Die Anklage lautet auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug in 51 Fällen und Urkundenfälschung. Dafür drohen nach Angaben eines Gerichtssprechers bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Der größte Schadensanteil mit mehr als 32 Millionen Euro entfällt laut Anklage auf die Krankenkassen in Hamburg. Die Abrechnung für den Sprechstundenbedarf übernahm stellvertretend für alle Kassen die Barmer GEK, sagte ein Sprecher. Die Kasse erstattete laut Staatsanwaltschaft im Dezember 2012 Anzeige. Am Tag zuvor sei auch eine Strafanzeige der AOK Nordwest eingegangen. Zudem gab es eine anonyme Anzeige.

Das Gericht hat weitere 18 Verhandlungstermine angesetzt.

LN

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