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Randale: Geldstrafe für Kieler Hooligan

Kiel Randale: Geldstrafe für Kieler Hooligan

Der 21-Jährige war nach dem Pokalendspiel im Lübecker Hauptbahnhof gewalttätig geworden.

Kiel/Lübeck. Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Körperverletzung hat das Kieler Amtsgericht gestern einen 21-jährigen Holstein-Fan zu 1400 Euro Geldstrafe (40 Tagessätze à 35 Euro) verurteilt. Nach Überzeugung des Strafrichters hatte der einschlägig vorbestrafte Hooligan nach dem Fußball-Pokalendspiel vom 15. Juli 2015 in Lübeck auf dem dortigen Hauptbahnhof mit körperlicher Gewalt Polizeimaßnahmen gestört.

Der bekennende Holstein-Fan, seit Ende 2014 als „Gewalttäter Sport“ polizeibekannt, hatte laut Urteil nach dem verlorenen Nord- Derby gegen den Erzrivalen VfB Lübeck (0:1) auf einem Bahnsteig versucht, einem Polizeibeamten in den Rücken zu treten. Die Ordnungskräfte hatten den Auftrag, die gewaltbereiten Ultras der gegnerischen Lager getrennt zu halten.

Ob der Fußtritt des Angeklagten traf, konnte die zweitägige Beweisaufnahme nicht klären. Zwei damals eingesetzte Polizeibeamte, darunter der Einsatzleiter, hatten den Kieler bei einer Trittbewegung beobachtet und ihn sofort aus dem Pulk der Kieler Ultras herausgezogen. „Er hat einen Kollegen von hinten mit ausgestrecktem Bein angesprungen“, erklärte ein Zeuge vor Gericht.

Bei der Festnahme habe der Angeklagte mit den Armen um sich geschlagen, sagte der Beamte. „Ich habe ihn zu Boden gebracht, da hat er aufgegeben.“ Der 21-Jährige räumte seine Anwesenheit ein, bestritt jedoch jeglichen Angriff. „Natürlich“ habe er um sich geschlagen, als er von hinten gepackt worden sei: „Ich wollte mich befreien.“ Warum man seine Personalien feststellte, habe ihm keiner erklärt.

Der Richter warf dem gelernten Koch vor, immer wieder gezielt Fußballspiele zu missbrauchen, um Straftaten anzuzetteln. Dabei sei ihm längst deutlich gemacht worden, dass er nach mindestens vier Vorfällen innerhalb von acht Monaten im Visier der Polizei stand: Im Januar 2014 hatte er laut Ermittlungsergebnis „gezielt Pyrotechnik eingesetzt, um andere Personen zu treffen“, im März eine Körperverletzung in Kronshagen begangen.

Wenig später spuckte der Angeklagte in Osnabrück einem Polizeibeamten aufs Visier: ein Fall von Beleidigung. Schwerer wiegt eine Anklage, die demnächst vor dem Kieler Landgericht verhandelt werden soll. Hier geht es um gefährliche Körperverletzung – ebenfalls im Rahmen eines Fußballspiels. Nicht einmal dieser Vorfall habe ihn zum Ausstieg bewegt, warf ihm der Staatsanwalt vor. Der Angeklagte nahm die Geldstrafe an, sie ist rechtskräftig.

gey

LN

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