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20:44 01.11.2017
Predigt vor vollen Bänken: Im Hamburger Michel sprach sich Bischöfin Kirsten Fehrs für einen dauerhaften Reformationsfeiertag aus. Quelle: Foto: Heimken/dpa
Hamburg/Schleswig

„In Bad Oldesloe war es genauso voll wie am Heiligabend“, berichtet etwa Pastor Diethelm Schark. Die Liederbücher hätten nicht für alle Besucher ausgereicht. In der St.-Johannes-Gemeinde in Lübeck-Kücknitz drängten sich die Besucher auch noch beim anschließenden „Luther-Empfang“ samt Schüler-Aufführung zum Thema Reformation. „Rappelvoll“ sei es gewesen, berichten Teilnehmer. In der ebenfalls restlos gefüllten und bis in die Emporen hinauf besetzten Vicelinkirche in Neumünster waren die Liederzettel lange vor Gottesdienstbeginn vergriffen. Offenbar hatten selbst die Pastoren und Kirchengemeinderäte nicht mit einem solchen Andrang der Gläubigen gerechnet.

Für Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, ist auch das ein Grund, einen bundesweit dauerhaften Reformationsfeiertag zu fordern, wie sie im Hamburger Michel betonte. Dort waren am Reformationstag 2500 Gottesdienst-Besucher zusammengekommen, darunter Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und Lübecks Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (beide SPD). Die Reformation könne Kirche und Gesellschaft auch heute noch Impulse zur Veränderung geben, Luther gehe vielen „an die Herzhaut“, sagte Kirsten Fehrs in ihrer Predigt. „Ein einzelner Mensch, der der Institution mit großer Distanz gegenüber steht – das ist ein ziemlich modernes Phänomen.“ Kirchen und Parteien müssten deshalb auch heute immer wieder um Akzeptanz bei den Menschen werben.

Luthers Beichtvater und Mitreformator Johannes Bugenhagen alias Gerd Spiekermann (NDR) schilderte im Gelehrtentalar bei drei Auftritten auf Plattdeutsch, wie der Thesenanschlag von Wittenberg die Welt veränderte. „Blievt dicht bi de Minschen. Snackt ehr Sprook“, sagte er im übervoll besetzten Kirchenrund vor allem an die zahlreich anwesenden Politiker gewandt. In der Rostocker Marienkirche sagte Landesbischof Gerhard Ulrich vor 1500 Gästen, dass die Reformation die Tür zur Freiheit und Würde jedes Einzelnen aufgestoßen habe. Er erinnerte an Luther auch als den Förderer der Musik als „Atem des Glaubens“.

Im Petri-Dom zu Schleswig hob Bischof Gothart Magaard vor 1000 Gästen hervor, dass Luther die Kirche fürs gesamte Volk geöffnet habe. CDU-Ministerpräsident Daniel Günther, selber Katholik, sagte in seiner Ansprache, er wünsche sich „deutlich mehr Selbstbewusstsein bei uns Christen“. Beim anschließenden Empfang strich Günther seine Offenheit in der Debatte um einen zusätzlichen Feiertag heraus.

Er blicke „dankbar und erfüllt“ auf den Reformationstag 2017 zurück, erklärte denn auch Magaard gestern noch einmal. Die vielen gut besuchten Gottesdienste, Konzerte und Veranstaltungen würden ganz sicher als Impuls „in unsere Gesellschaft ausstrahlen“.

C.Tönnemann/W.Hammer

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