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Norddeutschland Rattenjäger: So viele Einsätze wie noch nie
Nachrichten Norddeutschland Rattenjäger: So viele Einsätze wie noch nie
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00:00 14.10.2012
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Lübeck

Wachsen uns die Ratten bald über den Kopf? Nach dem Willen von Bundesumweltminister Peter Altmeier (CDU) sollen spätestens ab 2013 nur noch ausgebildete Personen mit Rattengift hantieren dürfen. Die Landeshauptstadt Kiel hat deshalb jetzt erstmals ihre alljährlichen „Rattenbekämpfungswochen“ abgeblasen. Der Erfolg solcher Maßnahmen sei „zweifelhaft“, teilte die Stadt mit.Rattenjagden in großem Stil gibt es in Lübeck schon längst nicht mehr. „Wir bekämpfen Ratten dort, wo welche auftreten“, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe. In jüngster Zeit scheint das wieder häufiger der Fall zu sein. Hans Stevens, geprüfter Schädlingsbekämpfer aus Siebenbäumen bei Lübeck, beobachtet einen besorgniserregenden Trend. „Wir haben in diesem Jahr so viele Ratteneinsätze wie noch nie“, erzählt Stevens. Bis zu fünf Mal täglich müssten er und seine Mitarbeiter wegen Ansammlungen von Mäusen und Ratten ausrücken.Das habe zwar auch mit der feuchten Witterung in diesem Jahr zu tun. Eine der wichtigsten Ursache für die hohe Rattenpopulation sei aber die nach wie vor verbreitete Unsitte, Essensreste in der Toilette zu entsorgen.Zwar werden Ratten von vielen heute als possierliche und schlaue Haustiere geschätzt, wilde Ratten bedeuten aber immer noch eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit, bestätigt auch Michael Hamschmidt, Chef des Gesundheitsamtes in Lübeck. „Es gibt zahlreiche Infektionskrankheiten, die die Tiere übertragen können“, sagt Hamschmidt. Dazu gehörten unter anderem Gelbsucht, Fleckfieber, Tollwut und Tuberkulose. Ingo Ludwichowski, Sprecher des Naturschutzbundes (Nabu) in Schleswig-Holstein, warnt aber davor, Ratten nur negativ zu sehen: Denn als „Restebeseitiger“ erfüllten die Tiere eine bedeutsame ökologische Funktion. Überdies seien sie wichtige Beutetiere, zum Beispiel für Bussarde und Uhus. Die seien durch Rattengift, insbesondere durch sogenannte Gerinnungshemmer, aber mitgefährdet. Ludwichowski hält daher von einer Bekämpfung mit Gift gar nichts: „Denn nach einer Bekämpfungsaktion ist die Population schnell wieder auf dem alten Stand.“ Zudem würden die Tiere auch zunehmend Resistenzen entwickeln. Der beste Weg zur Eindämmung sei, den Ratten die Nahrungsgrundlage zu entziehen.Dazu ruft auch Cornelia Tews auf, Sprecherin der Entsorgungsbetriebe Lübeck. Denn dort sind Ratten vor allem an öffentlichen Containerplätzen ein ständiges Ärgernis. Ein Risiko seien zum Beispiel falsch befüllte „gelbe Säcke“. „Wenn dort Essensreste drin sind, werden die Säcke bei der Abfuhr nicht mitgenommen – das heißt sie bleiben liegen und ziehen Ratten an“, sagt Tews. Ebenso gebe es „Unbelehrbare“, die an Glas- oder Pappcontainern Restmüll ablegten, und so dort für die Ratten die Essensglocke läuteten. Oliver Vogt

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