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Norddeutschland Raucher sehen die Schockfotos gelassen
Nachrichten Norddeutschland Raucher sehen die Schockfotos gelassen
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20:13 20.09.2016
Schockbilder wie dieses von einer Raucherlunge halten offenbar die wenigsten Kunden vom Kauf ab. Quelle: Fotos: Daniel Bockwoldt/dpa (1), M. Stöcklin (4)

„Hast du das schon?“, so hätten Kunden sich gegenseitig oft gefragt, als Ende Mai die ersten Schockbilder auf den Zigarettenpackungen zu sehen waren. „Manche Leute haben wirklich angefangen zu sammeln“, sagt Christa Thiel (62) von „Thiel’s Tabak“ in der Lübecker Beckergrube.

„Ich rauche genauso viel wie vorher, eine Packung am Tag. Mich stören die Bilder nicht.“Hardy Häusser (56), Banker
„Ich drehe selber. Der Tabak kommt in ein Etui, das mir geschenkt wurde.“ Christiane Bergmann (48), kaufmännische Angestellte
„Ich rauche weiter zehn Zigaretten am Tag. Die Bilder halten mich nicht ab, sie sind fragwürdig.“ Wenke Hentze (22), Postbotin
„Ich drehe selber. Der Tabak kommt in ein Etui, das mir geschenkt wurde.“ Christiane Bergmann (48), kaufmännische Angestellte
„Ich rauche genauso viel wie vorher, eine Packung am Tag. Mich stören die Bilder nicht.“Hardy Häusser (56), Banker
„Ich rauche weiter zehn Zigaretten am Tag. Die Bilder halten mich nicht ab, sie sind fragwürdig.“ Wenke Hentze (22), Postbotin

Inzwischen habe das nachgelassen. „Man hat sich daran gewöhnt“, glaubt die Zigarettenverkäuferin. Wer die Bilder störend finde, benutze alte Packungen, die er extra aufgehoben habe, oder besorge sich ein neutrales Etui. Die Nachfrage sei wie immer. „Die Bilder bringen nichts“, sagt Rolf Thiel (70). „Wer raucht, weiß, dass es nicht gesund ist.“

Hardy Häusser (56) hat gerade seinen täglichen Zigaretten-Vorrat gekauft. Er raucht eine Packung am Tag, nach wie vor. „Mich stören die Bilder nicht“, sagt der Bankkaufmann. Das geht anscheinend den meisten Rauchern so. „Bei mir wirkt’s nicht“, stellt Kerstin Mischke (37) fest. Sie finde die Bilder bloß „eigenartig“. „Besonders das von dem Loch im Hals. Von weitem sieht das voll komisch aus.“

Bilder von rauchenden Babys oder Kindern auf der Packung hält sie für geschmacklos.

Evelyn Rasenhöft (34) von Tabak Gruel in der Lübecker Ziegelstraße erlebt immer wieder, dass Kinder verstört auf die Bilder reagieren. „Die sehen das ja. Zum Beispiel bei den Großpackungen zum Selberdrehen, da sind die Schockbilder dreimal so groß abgebildet. Oder wenn die Zigaretten auf dem Ladentisch liegen.“ Da kämen Fragen wie: „Du, Papa, wieso raucht das Baby?“

Sie selbst sage meist nichts dazu, auch die Eltern seien häufig ratlos. Der Umsatz sei nach Einführung der neuen Bilder jedenfalls nicht gesunken, eher gestiegen. „Irgendwer hat’s erfunden“, bemerkt Raucher Heinz-Werner Thiel (60) achselzuckend zu den Bildern auf der Packung. „Wirkungsvoll sind sie nicht.“

Christiane Bergmann (48) dreht selber. „Der Tabak kommt in ein Etui, das mir geschenkt wurde – ich habe es also nicht nur wegen der Bilder. Aber ich finde es auch gut, wenn ich sie nicht sehen muss.“

Briefträgerin Wenke Hentze (22) raucht ebenfalls weiterhin ihre zehn Zigaretten pro Tag. „Viele der gezeigten Krankheiten kann man doch auch ohne Rauchen bekommen“, habe sie gelesen. Insofern seien die Bilder für sie fragwürdig. „Ich finde diese Schockbilder überflüssig.“

Marcus Stöcklin

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