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Norddeutschland Reaktionen im Netz: von Freude bis Entsetzen
Nachrichten Norddeutschland Reaktionen im Netz: von Freude bis Entsetzen
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00:48 17.04.2016
Der Kieler Landtag Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Als „sehr ermutigend“ bezeichnet SPD-Landeschef Ralf Stegner das Umfrage-Resultat. „Wir könnten demnach mit den Grünen und dem SSW zusammen weiter regieren.“ Seine Partei will nun in allen Lebensbereichen auf das Thema Gerechtigkeit setzen. „Wenn wir ordentlich arbeiten, haben wir gute Chancen, bei der nächsten Landtagswahl stärkste Partei zu werden.“

Laut Umfrage würde bei einer Wahl am Sonntag die Regierungskoalition von SPD, Grünen und SSW auf 48 Prozent kommen. Richtig zulegen würden dabei aber nur die Grünen – von 13, 2 auf 16 Prozent. „Das ist eine super Wasserstandsanzeige für uns“, findet Grünen-Landeschefin Ruth Kastner.

Bei der Opposition kommt die CDU bei der Sonntagsfrage auf 28 Prozent, die FDP würde auf neun Prozent zulegen. „Selbst wenn CDU und FDP noch die AfD ins Boot holen würden, würde es für sie mit 46 Prozent derzeit nicht reichen“ konstatiert SSW-Sprecher Per Dittrich mit Genugtuung. Für den SSW rechnet er sogar mit fünf statt vier Prozent wie in der Umfrage. „Und dass Ingbert Liebing Spitzenkandidat der CDU ist, ist für uns ja so etwas wie ein Wahlgeschenk. Das Umfrageergebnis wird den Richtungsstreit zwischen Liebing und seinem innerparteilichen Kontrahenten Daniel Günther sicher weiter befeuern.“

https://twitter.com/SSWpresse/status/721309650675699712

Auf diesen Führungsstreit will man bei der CDU gar nicht eingehen – zumindest nicht öffentlich. Stattdessen wird Zuversicht verbreitet: „Ein Jahr vor der Wahl treiben Themen wie Verkehrs- und Bildungspolitik die Menschen mehr um als die Frage, wer Albigs Nachfolger wird“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Günther. Das Umfrage-Ergebnis für die Regierung ist für ihn jedenfalls „nicht berauschend“. 

Freudig-optimistisch äußert sich FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. „Die Umfrage zeigt, dass unser Wahlziel, ein Ergebnis über 10 Prozent zu erreichen, realistisch ist.“

https://twitter.com/c_vogt/status/721233529917546496

Bitterkeit und Entsetzen herrscht dagegen bei den Piraten, die bei der Umfrage von 8,2 auf gerade einmal ein Prozent abgestürzt sind. Das sei, so sagt Fraktionsvorsitzende Patrick Breyer, für alle engagierten Piraten ein ungerechter Schlag ins Gesicht: „Es muss Schluss damit sein, dass wir Piraten die fleißigste Fraktion im Landtag sind, die Bürger davon aber nichts mitbekommen.“

AfD-Landessprecher Volker Schnurrbusch sieht seine Partei mit neun Prozent bei der Umfrage unterbewertet. „Wir sind uns sicher, dass wir zweistellig werden. Forsa schätzt uns immer etwas schlechter ein“, sagte Schnurrbusch beim Landesparteitag in Henstedt-Ulzburg. Der Ex-Landesvorsitzende Thomas Thomsen sieht das Umfrageergebnis in dem bundesweiten Trend zunehmender Akzeptanz begründet, nicht aber im Verdienst der AfD in Schleswig-Holstein: „Die ist ein Sammelbecken von Psychopaten, Chaoten, Unzufriedenen und Abgehängten.“

Von Heike Stüben 

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