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Norddeutschland Regen am Siebenschläfertag: Fällt der Sommer ins Wasser?
Nachrichten Norddeutschland Regen am Siebenschläfertag: Fällt der Sommer ins Wasser?
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13:16 27.06.2013
Claudia und Dirk Kellermann aus Hagen nutzen ihren Urlaub in Travemünde trotz durchwachsenen Wetters für lange Spaziergänge. Quelle: Foto: Malzahn
Lübeck

2004 wurde er sogar zum Tier des Jahres ernannt: Der Siebenschläfer. Der Versuch, die Wettergötter mit der Ehrung vielleicht etwas milder zu stimmen, scheiterte aber. Der 27.

Juni, der sogenannte Siebenschläfertag, vor neun Jahren war ein regnerischer — und die alte Bauernweisheit, dass dass Wetter, so wie es an diesem Tag ist, sieben Wochen lang bleiben soll, bewahrheitete sich im Großen und Ganzen. Der Juli wurde recht nass, der Sommer statistisch gesehen insgesamt zu feucht und zu kalt.

Heute ist wieder Siebenschläfertag und die Prognosen sehen wieder nicht sonderlich gut aus: Es soll bewölkt sein, im Tagesverlauf drohen Schauer oder Gewitter. Die Sonne kommt nur gelegentlich zum Vorschein. Die Höchstwerte an der Ostseeküste liegen bei rund 15 Grad. Fällt der Sommer jetzt also wieder ins Wasser?

Die Wettervorschau in ihrer Region

Kein Grund zur Panik, sagen die Wetter-Experten: Die Trefferquote für die Bauernregel ist nicht sonderlich hoch. Sie liegt für den Siebenschläfer im Binnenland nur bei etwa 55 bis 60 Prozent, im Alpenvorland bei etwa 70 Prozent, teilt der Deutschen Wetterdienst (DWD) mit. Und dies aber auch nur, wenn man die Regel großzügig auslege, also nicht über einen Zeitraum von sieben, sondern eher nur für drei oder vier Wochen. Computergestützte moderne Aussagen hätten demgegenüber eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit.

Und die sagen zumindest einen leichten Temperaturanstieg für die nächsten Tage voraus. „Es wird langsam wieder wärmer“, sagte Meteorologe Thomas Endrulat. Zumindest in den kommenden Wochen werde das Wetter laut Prognose vermutlich der Jahreszeit entsprechend sein. Das heißt: Höchsttemperaturen um die 24 Grad im Schatten. „In der Sonne sind bis zu 15 Grad mehr möglich“, sagt Endrulat. Einen Wermutstropfen gibt es aber: „Wir kommen zunächst nicht so richtig weg vom Durchwachsenen.“

Thomas Freter aus Lübeck macht das nichts aus. Der 52-Jährige verbringt seinen Urlaub am liebsten mit Tagesfahrten nach Hamburg oder Berlin. „Dabei ist es dann nicht ganz so wichtig, wie das Wetter ist“, sagt er. Zumal ihm Temperaturen um die 30 Grad ohnehin nicht liegen. Freter meint: „So 25 Grad und ein laues Lüftchen reichen mir vollkommen.“ Darüber würde sich auch Nancy Röhner freuen.

„Aber man kann es ja nicht ändern. Man muss sich damit arrangieren“, sagt die 26-jährige Lübeckerin. Und ihr Freundin Katharina Bul (28) meint: „Im Notfall wird in diesem Sommer draußen gegrillt — und drinnen gegessen.“

Stichtag ist eigentlich erst der 7. Juli
Der Siebenschläfertag ist durch Bauernregeln bekannt wie: „Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass“. Für Norddeutschland mit dem stark maritimen Klima gilt die Regel aber kaum. Laut Wetterexperten trifft sie wenn, dann vor allem für schlechtes Wetter zu. Der eigentliche Stichtag für den Siebenschläfertag ist aber der 7. Juli, denn die Regeln wurden vor der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 aufgestellt, bei der zehn Tage wegfielen. Der Name geht auf eine Legende von sieben schlafenden Jünglingen zurück. Während der Christenverfolgung sollen sie im Jahr 251 in eine Höhle eingemauert worden sein. Am 27. Juni 446 erwachten sie und bezeugten den Glauben an die Auferstehung. Lange wurden sie als Heilige verehrt und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

Jan Wulf

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