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Norddeutschland Beim Erste-Hilfe-Kurs der Johanniter-Unfall-Hilfe Lübeck
Nachrichten Norddeutschland Beim Erste-Hilfe-Kurs der Johanniter-Unfall-Hilfe Lübeck
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21:38 06.10.2018
Andreas Pfingsten (43, l.) und sein Kollege Michael Nieß (47, r.) kennen sich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung aus. Sie haben schon häufig gemeinsam Erste-Hilfe-Kurse besucht. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

„Freiwillige vor!“ – heißt es bei der Johanniter-Unfall-Hilfe in Lübeck. Kursleiter Leonard Benecke hat soeben die Herz-Lungen-Wiederbelebung an einem Übungsgerät gezeigt. Nun dürfen die Teilnehmer des Erste-Hilfe-Kurses ihr neu erlerntes Wissen selbst unter Beweis stellen.

Kurz darauf knien Andreas Pfingsten (43) und Michael Nieß (47) gemeinsam und voller Elan über der Puppe. Die beiden Kollegen haben im Zuge ihres Jobs bereits häufig zusammen an Erste-Hilfe-Kursen teilgenommen. Mittlerweile wissen sie genau, was bei einer Reanimation zu tun ist. „Wir sind immer mit Spaß dabei“, erzählt Nieß.

Besuch in einem Erste-Hilfe-Kursus

Auch Claudia Mersmann (47) und Jenny Popien (29) besuchten aus betrieblichen Gründen schon mehrmals Erste-Hilfe-Kurse. Beide wurden noch nie Zeugin einer Notsituation, in der Erste Hilfe gefragt war. Dennoch fühlen sie sich sicher genug, um im Ernstfall sofort zur Tat zu schreiten. „Es gibt mir ein gutes Gefühl, die Kurse zu machen, vor allem durch die Regelmäßigkeit“, sagt Popien – und Mersmann ergänzt: „Sowas müsste für jeden verpflichtend sein.“

Kurse werden oft von Arbeitnehmern oder Fahrschülern besucht

Die Kurse werden meist von Arbeitnehmern, sowie Anwärtern des Führerscheins oder einer Trainerlizenz besucht. Nach Beobachtungen der Johanniter ist hingegen die Zahl der freiwilligen Teilnehmer rar. Dies seien meist Menschen, die bereits Zeuge eines Notfalls wurden und wegen ihrer Unwissenheit nicht helfen konnten. Um solchen Situationen schon früh vorzubeugen, bieten die Johanniter nicht nur die klassischen Erste-Hilfe-Kurse an, sondern auch bundesweite Projekte für Kinder und Jugendliche, wie zum Beispiel die sogenannten „Blaulichtzwerge“ in Kindergärten oder die Schulsanitäterausbildung.

Zum Thema: Jeder Zweite hat Angst davor, Erste Hilfe zu leisten

Kursleiter Leonard Benecke stieg vor zwei Jahren im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei den Johannitern ein. Heute leitet der 21-Jährige dort ehrenamtlich Erste-Hilfe-Kurse und freut sich jedes Mal aufs Neue, wenn die Teilnehmer das Seminar mit einem guten Gefühl verlassen. „Es ist immer wieder schön, wenn die Leute sagen, dass es ihnen geholfen hat.“

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Für viele ist Hilfe selbstverständlich

Für die Kursteilnehmerin Simone Hoffmann ist es nun der dritte Erste-Hilfe-Kurs. Sie glaubt, es sei die größte Herausforderung eines Ersthelfers, zunächst den Schock zu überwinden. Hoffmann selbst musste bisher noch nie sofortige Hilfe in einer Not- oder Unfallsituation leisten. Dennoch ist es ihr sehr wichtig, in Erster Hilfe ausgebildet zu sein. „Für mich ist es selbstverständlich zu helfen, denn ich möchte ja auch, dass mir jemand im Notfall hilft.“ Begleitet wird die 25-Jährige von ihrem Kollegen Sven Witzorky (41). Er möchte alle potenziellen Ersthelfer ermutigen: „Viele Menschen haben sicherlich Angst, etwas falsch zu machen, obwohl man doch bei Erster Hilfe gar nichts falsch machen kann.“

Hier gibt es Erste-Hilfe-Kurse

Den passenden Erste-Hilfe-Kurs finden Sie unter anderem hier:

Malteser Hilfsdienst: www.malteser-luebeck.de

Sanitätsschule Nord: www.sanitaetsschulenord.de

Johanniter-Unfall-Hilfe: www.johanniter.de

Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Lübeck: www.drk-luebeck.de

Arbeiter-Samariter-Bund: luebeck.asb-sh.de

Die Kosten für die Teilnahme liegen zwischen 30 und 35 Euro pro Kurs.

Rabea Osol

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