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Norddeutschland Rocker in eine Sex-Falle gelockt
Nachrichten Norddeutschland Rocker in eine Sex-Falle gelockt
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21:12 11.10.2016
Die Angeklagten und ihre Anwälte sitzen vor dem Hamburger Landgericht. Das Urteil fällt am Freitag. Quelle: Schulze/dpa
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Hamburg

. Die schwere Misshandlung eines Mongols-Rockers in Hamburg soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft mit langen Haftstrafen geahndet werden.

Die Angeklagten hätten den 26-Jährigen Anfang Januar in eine Gartenlaube gelockt und lebensgefährlich verletzt, sagte Oberstaatsanwalt Arnold Keller gestern vor der Strafkammer am Landgericht. Hintergrund der Tat waren angeblich Rivalitäten zwischen den Rockergruppen Hells Angels und Mongols. Zumindest einer der Haupttäter habe sich den Hells Angels „freundschaftlich verbunden gefühlt“, sagte Keller.

Für die beiden Hauptangeklagten im Alter von 24 und 25 Jahren forderte er je sechseinhalb Jahre Gefängnis. Für einen mitangeklagten 21-Jährigen beantragte er vier Jahre und neun Monate Haft. Zwei weitere mutmaßliche Mittäter sollen für ihre Mithilfe und die Begehung weiterer Taten vier beziehungsweise drei Jahre hinter Gitter. Eine 21 Jahre alte Frau soll mit einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren davonkommen.

Die Angeklagten hätten sich verabredet, den Mongol „zu verarschen“, wie sie selbst es ausgedrückt hätten. Die 21-Jährige, die zumindest zeitweise als Prostituierte arbeitete, habe vorgeschlagen: „Soll ich den mal anbaggern?“ Der 26-Jährige habe nicht abgeneigt reagiert. Man habe den Mongol in der Nacht zum 2. Januar abgeholt und sei zu der Gartenlaube gefahren. Vier Maskierte seien laut Anklage hereingestürmt und hätten den Mann mit einer Pistole bedroht und so stark ins Gesicht geschlagen, dass seine Nase zertrümmert wurde. Mit Schlagringen und mindestens einem Messer hätten sie ihr Opfer verletzt. In der Nähe eines Krankenhauses hätten sie den Mann zurückgelassen.

Der Staatsanwalt erklärte, die Angeklagten hätten mit ihren von den Verteidigern verlesenen Aussagen immer nur das eingeräumt, was die Beweisaufnahme zuvor ergeben habe. Die Tat sei kein aus dem Ruder gelaufener Streit und kein „Jungenstreich“ gewesen.

Den Überfall als Notwehr darzustellen, sei eine „hanebüchene Geschichte“. Die Verteidiger wiesen die Vorwürfe gegen ihre Arbeit als „Unverschämtheit“ zurück. Das Urteil soll am kommenden Freitag verkündet werden.

LN

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