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Norddeutschland Rockerkrieg: Polizei bildet Soko
Nachrichten Norddeutschland Rockerkrieg: Polizei bildet Soko
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21:23 04.01.2016
Die Hamburger Polizei geht verstärkt gegen Rocker vor. Quelle: dpa

. Mit der Bildung einer Sonderkommission (Soko) reagiert die Hamburger Polizei auf die zunehmende Gewalt zwischen verfeindeten Rockergruppen in der Hansestadt. Die „Soko Rocker“ werde aus 50 Kripo-Beamten bestehen, teilte Sprecher Jörg Schröder mit. Chef der Kommission wird Mirko Streiber, der bis Mai 2015 die Pressestelle leitete. Die Soko solle repressiv gegen Straftäter aus der Rockerszene vorgehen, aber auch präventiv wirken, sagte Schröder. Als Beispiele nannte er vermehrte Razzien, stärkere Präsenz an Szenetreffpunkten oder eine Ansprache von sogenannten Gefährdern. Die Beamten sollen auch prüfen, ob ein Verbot des Rockerclubs Mongols möglich ist. Die Hells Angels sind in Hamburg seit 1983 verboten.

Ausschlaggebend für die Gründung der Soko seien die Schüsse auf ein Taxi nahe der Reeperbahn gewesen, in dem vor einer Woche mehrere Mongols vor einem Angriff der Hells Angels flüchten wollten. Weil dabei auch unbeteiligte Menschen gefährdet wurden, entschloss sich die Hamburger Polizei zur Neuaufstellung ihrer Ermittler.

Einer von zwei bei dem Zwischenfall verletzten Mongols wurde vor drei Tagen in Hamburg- Horn erneut angegriffen. Unbekannte attackierten ihn mit einem Messer. Der 26-Jährige erlitt einen hohen Blutverlust. „Er ist mächtig verletzt worden“, sagte eine Polizeisprecherin. Lebensgefahr bestehe aber nicht. Die Polizei nahm kurze Zeit später zwei Männer im Alter von 20 und 21 Jahren fest. Sie sollen zu den Verdächtigen gehören, die die Polizei für die eigentlichen Täter hält. Sie kamen aber wieder auf freien Fuß. Insgesamt wird gegen acht Personen ermittelt.

Am Wochenende hatten Beamte des Mobilen Einsatzkommandos sieben Wohnungen mutmaßlicher Tatbeteiligter und einen Saunaclub durchsucht — ohne aber Mitglieder der rivalisierenden Hells Angels anzutreffen.

Seit Monaten gibt es Streit zwischen den beiden Rockergruppen im Rotlichtviertel. Im Oktober hatte eine Explosion am Sportwagen des Chefs der Mongols in Hamburg für Aufsehen gesorgt.

LN

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