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Rumänischer Segler soll die „Gorch Fock“ ersetzen

Rostock Rumänischer Segler soll die „Gorch Fock“ ersetzen

Die „Gorch Fock“, das Segelschulschiff der Deutschen Marine, ist vorübergehend außer Gefecht gesetzt. Schon seit Mitte 2016 liegt sie in Bremerhaven im Dock. Bis der Dreimaster wieder flott ist, findet die Offiziersausbildung auf der „Mircea“ statt.

Als Ersatz für die "Gorch Fock" will die Marine die rumänische Dreimastbark "Mircea" chartern.

Quelle: Fotolia

Rostock. Damit auch dieses Jahr Kadetten auf einem Segelschiff lernen können, ist die Marine auf eine ungewöhnliche Idee gekommen. „Wir planen, unsere Offiziersanwärter auf dem rumänischen Großsegler ,Mircea’ einzuschiffen“, erklärte Fregattenkapitän Carsten Poll vom Presse- und Informationszentrum der Marine in Rostock gestern den LN.

Die „Mircea“ ist ein Dreimaster von ähnlichen Abmessungen wie die „Gorch Fock“ und wurde wie diese bei Blohm + Voss in Hamburg gebaut. Allerdings schon 1938. Ob daher Sicherheitsstandards und sanitäre Einrichtungen den Ansprüchen der deutschen Marine genügen, müsse erst noch geprüft werden, so Poll. Die endgültige Entscheidung stehe noch aus.

Die „Mircea“ soll deutsche Kadetten aufnehmen. Noch ist unklar, ob die Sicherheitsstandards reichen.

Die „Mircea“ soll deutsche Kadetten aufnehmen. Noch ist unklar, ob die Sicherheitsstandards reichen.

Quelle:

Die geltenden Standards dürften keinesfalls unterschritten werden, versichert Vizeadmiral Rainer Brinkmann in Kiel. Er erinnerte an die „unglücklichen Vorfälle“ auf der „Gorch Fock“: 2008 war eine Kadettin bei einer Nachtwache über Bord gegangen und später tot aus der Nordsee geborgen worden. 2010 stürzte eine Kadettin in einem brasilianischen Hafen aus der Takelage und starb. Die Sicherheit auf der „Gorch Fock“ wurde danach verbessert.

Derzeit würden für dieses Jahr zwei Törns mit je 50 Offiziersanwärtern auf der „Mircea“ geplant, sagte Fregattenkapitän Poll. Das Schiff werde nicht gechartert. „Es bleibt unter rumänischer Flagge.“

Auch die rumänische Stammbesatzung bleibe an Bord. Die Erfahrungen, die die künftigen Marine-Offiziere auf einem Großsegler sammeln könnten, seien unersetzlich, meint Poll. Er selbst sei früher auf der „Gorch Fock“ gefahren. Praktisches Können, Navigation und das Zusammenspiel von Wind, Wasser und Wetter könnten nirgendwo sonst besser vermittelt werden. Zudem werde die soziale Teamfähigkeit gestärkt.

Die Einschiffung der Kadetten auf dem rumänischen Segler werde natürlich auch Kosten verursachen, sagte Poll, der über die Höhe der Summe keine Auskunft geben konnte. Angesichts der Mittel, die die „Gorch Fock“ verschlingt, dürften diese jedoch zu vernachlässigen sein.

Die „Gorch Fock“ 2015 bei der „Hanse- Sail“ in Rostock-Warnemünde.

Die „Gorch Fock“ 2015 bei der „Hanse- Sail“ in Rostock-Warnemünde.

Quelle:

Der weiße Windjammer, der als Stolz der Marine gilt, wird seit mehr als einem Jahr repariert. Anfangs sollte die Werft-Liegezeit sechs Monate betragen. Die ursprünglich veranschlagten zehn Millionen Euro Kosten stiegen auf zuletzt 75 Millionen Euro, weil immer neue Schäden entdeckt wurden. So müssen alle drei Masten einschließlich der Rahen und Gaffeln getauscht werden. Im Januar entschied Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), dass die „Gorch Fock“ dennoch saniert wird. Vor 2018, so der derzeitige Stand, wird die „Gorch Fock“ jedoch nicht wieder fahrbereit sein. Dann soll sie bis mindestens 2030 einsatzbereit zur Verfügung stehen.

Das Schulschiff „Mircea“ wurde für die rumänische Marine gebaut und tut seither mit Unterbrechungen seinen Dienst. Die Bark ist 82 Meter lang und ein baugleiches Schwesterschiff der älteren „Gorch Fock I“, die 1933 in Dienst gestellt wurde und heute in Stralsund im Hafen liegt.

Im September 2000 hatte die Marine bereits einmal das norwegische Segelschulschiff „Staatsrad Lehmkuhl“ gechartert. Auch damals war die „Gorch Fock“ für eine längere Zeit in der Werft. Zusammenarbeit mit anderen Nationen sei nicht ungewöhnlich, sagte Fregattenkapitän Poll, der darauf hinwies, dass auf der „Gorch Fock“ auch schon britische und französische Offiziersanwärter ausgebildet wurden.

Letzten Sommer musste der komplette Offiziersjahrgang seine seemännische Grundausbildung auf Dienstsegelbooten der Marineschule Flensburg-Mürwik auf der Förde und der Ostsee absolvieren.

Die „Gorch Fock“

Das Segelschulschiff der deutschen Marine wurde 1958 bei Blohm + Voss in Hamburg gebaut. Im August 1959 trat sie ihre erste Auslandsreise an. Sie ist nach dem Schriftsteller Gorch Fock benannt, der 1916 in der Skagerrak-Schlacht ums Leben kam. Das Schiff ist 89 Meter lang und zwölf Meter breit. Die Masten sind rund 40 Meter hoch. Die Segelfläche beträgt 2037 Quadratmeter. Mit Segeln ist die „Gorch Fock“ maximal 18 Knoten (33 Stundenkilometer) schnell. 222 Personen bilden die Besatzung. Kapitän ist seit 2014 Kapitän zur See Nils Brandt.

 Marcus Stöcklin

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