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Norddeutschland Schießerei in Kaltenkirchen: Boykottiert Rocker auch das Urteil?
Nachrichten Norddeutschland Schießerei in Kaltenkirchen: Boykottiert Rocker auch das Urteil?
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08:31 08.01.2016
Unter Sicherheitsvorkehrungen findet der Prozess in Kiel statt. Quelle: dpa
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Kaltenkirchen/Kiel

Sieben Jahre nach der Schießerei vor der Kaltenkirchener Therme will das Kieler Landgericht am Freitag das Urteil gegen einen Rocker verkünden. Der Staatsanwalt forderte für den 42-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung drei Jahre und zehn Monate Gefängnis. Demnach war das Mitglied der inzwischen verbotenen Kieler „Hells Angels“ Auftraggeber und Drahtzieher der Schüsse, durch die das Opfer Ende Januar 2009 schwer verletzt wurde. Der Mann ist seither schwerbehindert und erwerbsunfähig.

Die Nebenklage beantragte mindestens fünf Jahre Haft, 80 000 Euro Schmerzensgeld und eine kleine Rente. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Der Angeklagte, der zuletzt nicht mehr zu den Verhandlungen erschienen war, wird vermutlich auch dem Urteil fernbleiben. Er soll sich in Thailand aufhalten und dort eine zweite Frau geheiratet haben.

Sein Verteidiger äußerte sich weder zum Aufenthaltsort des Rockers noch zu dessen möglicher Bigamie. Dazu stellt die Kieler Staatsanwaltschaft inzwischen Ermittlungen an. Denn der 42-Jährige ist bereits in Deutschland mit der Frau verheiratet, die er in Kaltenkirchen als Lockvogel angesetzt haben soll. Sie fuhr das Opfer in den Hinterhalt und ist bereits rechtskräftig verurteilt. Im Verfahren gegen ihren Mann erklärte sie, sie sei mit ihm „glücklich verheiratet“. 

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