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Schießzentrum: Nur 15 Prozent der Jäger üben regelmäßig

Kasseedorf Schießzentrum: Nur 15 Prozent der Jäger üben regelmäßig

Betreiber der Anlage in Kasseedorf legen Jahresbericht vor. Die Umsätze steigen. Trotzdem bleibt eine Menge Arbeit für die Beteiligten.

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Im Jagdparcours des Schießsportzentrums schießen Wulf-Heiner Kummetz und Malte Andresen auf Tonscheiben.

Quelle: Lutz Roeßler

Kasseedorf. Graue Wolken hängen über dem Schießsportzentrum in Kasseedorf (Kreis Ostholstein). Vor zwei Jahren stand die 13 Hektar große Anlage auf dem ehemaligen Bundeswehr-Gelände kurz vor der Insolvenz, jetzt legen die Betreiber den Jahresbericht für 2014 vor. Demnach ist der Umsatz steigend, die schwierigsten Zeiten sind vorbei. Trotzdem müssen die Eigentümer, der Landesjagdverband Schleswig-Holstein sowie die Kreisjägerschaften Lübeck, Oldenburg, Eutin und Plön, einiges stemmen.

„Wir haben im Jahr 2013 einen Umsatz von 280000 Euro erzielt“, sagt Malte Andresen, Geschäftsführer des Schießsportzentrums. Im vergangenen Jahr konnte der Umsatz auf 360 000 Euro gesteigert werden. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Betreiber eine erneute Verbesserung.

Bis hierher war es ein langer Weg. „Wir haben hier alle unser Herzblut reingesteckt“, sagt Rudolf Meyer-Böttger, Verwaltungsbeirat des Schießsportzentrums. Knapp zehn Jahre dauerte die Planung, vier Jahre wurde gebaut. Es gab viele Probleme, die laut den Betreibern die Kosten in die Höhe trieben. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Euro investiert, 1,75 Millionen davon stammen aus Eigenkapital. Ende 2012 wurde der Betrieb aufgenommen. Vollständig fertiggestellt war die Anlage ein Jahr später. Zu diesem Zeitpunkt stand eine Insolvenz kurz bevor. 16 Gläubiger forderten Geld von dem Zentrum, Tilgungen wurden ausgesetzt.

„2014 war unser erstes wirtschaftliches Jahr“, sagt Andresen. Anfang 2015 seien nun Zinsvereinbarungen mit den Banken neu verhandelt worden, seit Juli werden Schulden getilgt. 60000 Euro muss das Schießsportzentrum im Jahr bezahlen. Übernommen werden sollen die Zahlungen von den vier Kreisjägerschaften mit ihren rund 3000 Mitgliedern. Zwölf Prozent muss die Kleinste, die Kreisjägerschaft Lübeck, aufbringen.

„Der Jahreshaushalt sieht das nicht vor“, sagt Wulf-Heiner Kummetz, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Lübeck. So wurde in der vergangenen Woche bei der Sitzung der Kreisjägerschaft eine Erhöhung des Jahresbeitrags um 25 Euro beschlossen (die LN berichteten). Von etwa 100 Anwesenden haben bis auf vier alle für die Finanzspritze gestimmt. Sie scheinen hinter dem Zentrum zu stehen.

Auf verschiedensten Bahnen von der Doppelkeiler-Anlage bis zum Jagdparcours können Schützen ihre Fähigkeiten testen. Trotzdem gibt es ein Problem: „Das Zentrum wird zu wenig aus den eigenen Reihen genutzt“, sagt Kummetz. Nur 15 Prozent der Mitglieder kommen regelmäßig. Die Betreiber hoffen auf die Einführung eines verpflichtenden Übungsschießens. „Es ist wichtig zu üben — alleine für den Tierschutz“, sagt Rudolf Meyer-Böttger. Aber: „Der vom Kabinett verabschiedete Entwurf zur Änderung des Landesjagdgesetzes sieht das nicht vor“, sagt Sönke Wendland, Sprecher des Agrarministeriums.

Der Bund prüfe allerdings, ob eine entsprechende Regelung ins Bundesjagdgesetz aufgenommen wird. „Grundsätzlich halten wir Übungsschießen für sinnvoll und erforderlich“, sagt Wendland. „Hierfür werden moderne und gut ausgestattete Schießstände benötigt.“

Neben den Jägern trainieren die Polizei, Sicherheitsdienste, Sport- und Bogenschützen sowie die Landesforsten auf der Anlage. Interessierte ohne Erfahrungen können sich ebenfalls ausprobieren. Sie können die Ausrüstung vor Ort leihen und bekommen einen Trainer zur Seite gestellt.

km

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