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Schiffsleck größer als vermutet: Nord-Ostsee-Kanal bleibt gesperrt

Brunsbüttel/Cuxhaven Schiffsleck größer als vermutet: Nord-Ostsee-Kanal bleibt gesperrt

Wann die wichtige Wasserstraße wieder freigegeben werden kann, ist offen.

Brunsbüttel. Nach der Kollision von zwei Frachtern bleibt der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) für die Schifffahrt weiter gesperrt. „Wann der NOK für den Verkehr freigegeben werden kann, ist zurzeit noch unklar“, sagte gestern Ulrike Windhövel vom Havariekommando Cuxhaven. Über eine mögliche Freigabe könne frühestens heute Vormittag entschieden werden, teilte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit. Bei der Kollision am Montag war einer der Frachter leckgeschlagen. Das mit Dünger beladene Schiff blockiert seitdem die wichtige Wasserstraße.

Untersuchungen mit einer Spezialkamera hätten ergeben, dass das Leck im vorderen Bereich des Schiffes weit größer ist, als vom Kapitän zunächst erkannt worden war. Das Loch sei fünf mal acht Meter groß. „Für den Fortgang der Bergungsarbeiten bedeutet das, dass auch der Laderaum des Schiffes so schnell wie möglich vor Ort geleert werden muss, um die sichere Lage des Schiffes zu erhalten“, hieß

es vom Havariekommando. Anfangs war von einem drei bis fünf Meter großen Loch ausgegangen worden.

Insgesamt scheinen sich die Arbeiten schwieriger zu gestalten als gedacht. Bislang ist es offensichtlich nicht gelungen, den voll beladenen Frachter lediglich mit Hilfe von Trossen und Seilen zu stabilisieren: Auch gestern Abend mussten zwei Schlepper mit laufenden Motoren den Rumpf des Havaristen gegen die Böschung drücken, damit dieser nicht in die Fahrrinne rutscht. Dabei schlugen ihre Propeller das Wasser rund um die „Siderfly“ schaumig, und es war keinem Tauchern möglich, ungefährdet an das riesige Leck heranzukommen, um es abzudichten.

Unterdessen wurden am Frachter massive Rohre angeschweißt. Daran sollen Stahlseile befestigt werden, mit denen die „Siderfly“ durch Bulldozer von Land aus gehalten werden kann. „Sie sollen die Schlepper ersetzen, so dass das zur Verfügung stehende Fahrwasser wieder breiter wird“, sagte Windhövel. Die Bergungsarbeiten wurden fortgesetzt. Der Maschinenraum der havarierten „Siderfly“ wurde leergepumpt.

Die „Siderfly“ liegt seit der Kollision mit Schlagseite an der Böschung. Der unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen fahrende Frachter war auf dem Weg von Brunsbüttel nach Antwerpen.

Er hatte das organische Düngemittel Urea geladen.

LN

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