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Norddeutschland Schilderwald unter Wasser
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00:00 19.10.2012
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Nordwestmecklenburg

Versenkte Wikingerboote, bombardierte Kriegsschiffe, gesunkene Frachter und abgestürzte Flugzeuge – mehrere tausend Wracks liegen nach Schätzungen des Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein in der Ostsee. Auch wenn bisher nur ein Teil von ihnen gefunden wurde – für Taucher sind viele eine Attraktion. Regelmäßig stürzen sie sich in die grünen Fluten, um die gesunkenen Überreste zu erkunden. Bald könnten sie dort auch auf ganz und gar nicht historische Gegenstände treffen: moderne Hinweisschilder.Die Gesellschaft für Schiffsarchäologie in Rostock hat ein Projekt gestartet, bei dem Unterwasser-Schilder an den Wracks angebracht werden. So sollen Plünderer davon abgehalten werden, die historisch wertvollen Denkmäler zu beschädigen, was immer wieder vorkommt. Zum Start der Testphase wurde ein etwa 100 Jahre alter Schlepper vor der Küste von Warnemünde beschildert. „Wir werden diese Technik nach und nach auch an anderen Wracks testen“, sagt Martin Siegel, Vorsitzender der Gesellschaft. Die Hinweistafeln sollen in unterschiedlichen Tiefen ausprobiert werden. „Wenn diese Phase vorbei ist, hoffen wir, dass die Schilder auch überregional zum Einsatz kommen“, sagt Siegel.Wenn es nach Florian Huber geht, könnte diese Hoffnung in Schleswig-Holstein erfüllt werden. „Ich halte das für eine gute Idee“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe für maritime und limnische Archäologie (AMLA). Genau wie die Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern haben die Kieler Unterwasserarchäologen immer wieder das Problem, dass Sporttaucher Schäden an Wracks anrichten und damit die Forschung behindern. „Auf den geplanten Schildern könnten die Taucher ablesen, um was für ein Wrack es sich handelt und welchen Wert es für die Forschung hat“, sagt Huber. Auch Martin Segschneider vom Archäologischen Landesamt hält die Schilder für den richtigen Ansatz. „Wir wollen niemanden davon abhalten, zu den Schiffen zu tauchen“, sagt der Archäologe. „Nur wenn die Taucher dort sind, sollen sie sich entsprechend vorsichtig verhalten.“ „Ich glaube nicht, dass Schilder unter Wasser helfen“, meint Thomas Günther. Der Besitzer des Timmendorfer Tauchcenters „Nice Dive 4 U“ bietet auch Tauchgänge zu Wracks in der Ostsee an. Günther ist der Meinung, dass Taucher, die ohnehin vorhaben, etwas aus einem Wrack mitzunehmen, sich auch von einer Unterwassertafel nicht abschrecken lassen.In diesem Punkt gibt ihm Florian Huber Recht. „Wenn so ein Schild aber nur einen einzigen Taucher davon abhält, etwas abzubrechen oder mitzunehmen, dann hat es sich schon gelohnt.“ Den Plan seiner Rostocker Kollegen, Taucher mit Lehrgängen das angemessene Verhalten an Denkmälern näher zu bringen, haben die Forschungstaucher der AMLA schon umgesetzt. „Wir bieten seit einiger Zeit Kurse für denkmalgerechtes Tauchen an.“ Unter anderem lernen die Wassersportler darin, was zu tun ist, wenn sie ein neues Wrack in der Ostsee entdecken.Dass das nicht ungewöhnlich ist, merkte Florian Huber erst vergangenen Montag wieder. Für einen Ausbildungstauchgang fuhr der 37-Jährige auf die Ostsee hinaus und warf an einer beliebigen Stelle den Anker. Der sank zum Grund – und landete direkt neben einem noch unbekannten Wrack.

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