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Schleppversuche gescheitert: Containerriese steckt noch fest

Stade/Hamburg Schleppversuche gescheitert: Containerriese steckt noch fest

Havariekommando erarbeitet Bergungskonzept — Politiker und Umweltschützer üben Kritik.

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Das 400 Meter lange Containerschiff „CSCL Indian Ocean“ liegt seit Mittwoch Abend in der Elbe bei Stade auf Grund. Schlepper konnten bisher den Frachter nicht freiziehen, teilte die Polizei mit. Jetzt wird ein Bergungskonzept erarbeitet.

Quelle: Frank Brändel/dpa

Stade. . Knifflige Operation: Der in der Elbe seit Mittwochabend festliegende Containerriese „CSCL Indian Ocean“ der Reederei China Shipping hat sich widerspenstig gezeigt. Zwei Schleppversuche scheiterten. Daher hat das Havariekommando Cuxhaven die Einsatzleitung vom Wasser- und Schifffahrtsamt übernommen. Es erarbeitete ein Bergungskonzept, danach werde über das weitere Vorgehen entschieden.

Das 400 Meter lange Schiff war in der Nähe von Stade (Niedersachsen) — 30 Kilometer elbabwärts vom Hamburger Hafen — nach einem Ausfall der Ruderanlage in der Elbe auf Grund gelaufen. Das zog etliche Schaulustige auf den Elbdeich. Sie beobachteten die Rettungsmanöver. Die Wirtin vom Hotel „An der Elbe“, Iris Cohrs, staunte: „Sowas hatten wir hier noch nicht“, sagte sie. „So stelle ich mir die Arche Noah auf dem Berg vor.“ Eine weitere Elbanrainerin wunderte sich nicht über den Zwischenfall: „Die Schiffe werden immer größer. Irgendwann musste das passieren.“ Der Schiffsriese kann maximal rund 19000 Container laden, hatte aber weniger an Bord. Genaue Zahlen gab es dazu nicht.

Das Havariekommando leitete erste Maßnahmen ein: Ein Nautiker war zur Lagebeurteilung vor Ort, ein Peilschiff soll die exakte Lage des Frachters ermitteln. Außerdem sollte ein Spülbagger den Schlick um das Schiff wegspülen. Ein Spezialflugzeug habe das Elbgebiet überflogen und konnte keinen Schadstoffaustritt feststellen, teilte das Kommando mit.

Nach einem vergeblichen Freischleppversuch in der Nacht hatten die Behörden gestern auf die Mittagsflut gehofft. Doch selbst sieben Schlepper mit Zugkräften von jeweils bis zu 90 Tonnen schafften es nicht, das um Ballastwasser bereits erleichterte Schiff frei zu bekommen. Die Gefahr eines Sinkens oder einer Umweltverschmutzung habe zu keiner Zeit bestanden, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt mit. Die Elbschifffahrt werde durch die Lage des Havaristen nördlich des Hauptfahrwassers nicht beeinträchtigt. Das Schiff war mit einem Tiefgang von etwa elf Metern auf dem Weg von Felixstowe in England nach Hamburg.

„Ein solcher Unfall war schon länger zu befürchten“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). „Die Havarie zeigt einmal mehr, wie dringend wir eine Kooperation der Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven brauchen.“ Ähnlich äußerten sich die Umweltschützer: „Die Havariegefahr wächst mit der Größe der Schiffe. Es ist fahrlässig, dass die Entscheider dieses Risiko täglich in Kauf nehmen und herunterspielen“, teilte das Aktionsbündnis Lebendige Tideelbe aus BUND, Nabu und WWF mit. Sie befürworten die Hafenkooperation, da die Mega-Frachter im Tiefwasserhafen JadeWeserPort (Wilhelmshaven) problemlos abgefertigt werden könnten. Dagegen setzt Hamburg auf eine Elbvertiefung, damit Schiffe mit bis zu 13,50 Meter Tiefgang Europas zweitgrößten Containerhafen unabhängig von Ebbe und Flut erreichen können. Darüber muss das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheiden.

Platz für 19000 Container

Die „CSCL Indian Ocean“ ist eines von fünf baugleichen Schiffen, die in den Jahren 2014 und 2015 auf der koreanischen Hyundai-Werft für die Reederei China Shipping gebaut wurden.

Das erste Schiff der Serie, die „CSCL Globe“, war einige Monate das größte Containerschiff der Welt, ehe es von der „MSC Oscar“ abgelöst wurde.

400 Meter ist das Schiff lang, 58,60 Meter breit, es trägt 19 000 Container. Die Container aneinandergereiht ergäben eine Kolonne von 115 Kilometern Länge — fast so weit wie von Lübeck nach Rostock.

LN

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