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Schleswig-Holstein bei Ausgaben für Schulen fast Schlusslicht

Kiel Schleswig-Holstein bei Ausgaben für Schulen fast Schlusslicht

Schleswig-Holstein zahlt weitaus weniger Geld für seine Schüler als andere Bundesländer. Im Norden wurden laut Statistischem Bundesamt im aktuell untersuchten Jahr 2013 für jeden Schüler 5800 Euro ausgegeben – 700 Euro weniger als im Durchschnitt.

Im Norden wurden laut Statistischem Bundesamt im untersuchten Jahr 2013 für jeden Schüler 5800 Euro ausgegeben – 700 Euro weniger als im Durchschnitt.

Quelle: dpa

Kiel . Noch schlechter standen nur Nordrhein-Westfalen und das Saarland da (5700 Euro). „Das zeigt nicht nur, wie es um den Landeshaushalt steht, sondern auch, was uns Bildung wert ist“, sagte Helmut Siegmon, Vorsitzender des Philologenverbandes Schleswig-Holstein. Er sieht eine direkte Verbindung zum Unterrichtsausfall.

Die finanzielle Unterstützung fiel im nördlichsten Bundesland bei den Gemeinschaftsschulen mit 6800 Euro pro Schüler am höchsten aus. Für Gymnasien wurde weniger ausgegeben, für Grundschulen am wenigsten. Den Löwenanteil der Ausgaben macht das Personal aus. Hierauf entfielen 4700 Euro. Im Bundesdurchschnitt waren es 5300 Euro. Für laufende Kosten und Lehrmittel wurden im Schnitt 800 Euro, für Baumaßnahmen 300 Euro je Schüler ausgegeben. Immerhin: Im Vergleich zu 2012 erhöhten sich bundesweit die Ausgaben je Schüler um 200 Euro. Dies sei durch eine Zunahme der Ausgaben um 1,6 Prozent bei gleichzeitigem Rückgang der Schülerzahlen zu erklären, so Harald Eichstädt vom Statistischen Bundesamt.

„Jahrzehntelange sozialdemokratische Regierungspolitik hat dem Land nicht nur einen riesigen Schuldenberg hinterlassen, sondern auch zu einem Bildungsabsteiger gemacht“, kommentierte gestern FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn die Statistik. Die jetzige Regierung verschärfe die Lage weiter. „Den Schulen werden immer neue Aufgaben aufgebürdet, ohne sie entsprechend auszustatten.“ So würden etwa die vorhandenen knappen Mittel in überflüssige Oberstufen an Gemeinschaftsschulen verschwendet, kritisierte sie.

Das moniert auch der Philologenverband: „Ein armes Land darf sich keine extrem teuren Dinge leisten“, meint Vorsitzender Siegmon. Gemeint seien Überkapazitäten bei Oberstufen und „andere ideologische Projekte“. Man müsse sich endlich auf die Kernaufgaben konzentrieren, fordert er. „Und dafür sorgen, dass Unterricht verlässlich stattfindet.“ Der CDU-Abgeordnete Peter Sönnichsen sieht „Nachholbedarf, auch wenn Geld allein kein Maßstab für die Beurteilung eines Bildungswesens sein kann“. Es sei bedauerlich, dass SPD, Grüne und SSW aus den 2,7 Milliarden zusätzlichen Steuereinnahmen seit ihrer Regierungsübernahme so wenig gemacht hätten, kritisierte er.

Das Bildungsministerium wies die Kritik zurück. 2015 seien für 13,2 Millionen Euro die Schulassistenten eingeführt worden, zudem gebe es neue Stellen aus dem Flüchtlingspaket des Bundes sowie aus frei werdenden BaföG-Mitteln. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).

Von Julia Paulat

Thüringen gibt am meisten pro Schüler aus

6500 werden in Deutschland durchschnittlich für die Schulbildung eines Kindes ausgegeben. An allgemeinbildenden Schulen sind es 7100 Euro, an beruflichen Schulen rund 4500 Euro. Die höchsten Ausgaben wurden vom Statistischen Bundesamt in Thüringen (8100 Euro) ermittelt. Auf Platz 2 und 3 folgen Hamburg (8000 Euro) und Berlin (7800 Euro).

Die Ausgaben pro Schüler werden ermittelt, indem die Ausgaben für Personal, laufende Kosten und Investitionen auf die Zahl der Schüler umgerechnet werden. Das Statistische Bundesamt hinkt mit der Auswertung immer etwas hinterher. Denn dafür werden die Rechnungsabschlüsse der Länder und Kommunen benötigt. Sie liegen für das Jahr 2014 noch nicht vor.

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