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Norddeutschland Schleswig-Holstein bleibt lieber unter sich: Kritik an 70-Jahr-Feier
Nachrichten Norddeutschland Schleswig-Holstein bleibt lieber unter sich: Kritik an 70-Jahr-Feier
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18:35 23.01.2017
Im „echten Norden“, der ebenfalls gestern 70 wurde, bleibt man zum Gründungs-Jubiläum ganz unter sich. Quelle: dpa
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Kiel

Seine Königliche Hoheit Prinz William ist dabei, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erscheint auf Einladung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, um den 70. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen zu feiern. Im „echten Norden“, der ebenfalls gestern 70 wurde, bleibt man zum Gründungs-Jubiläum ganz unter sich – bei einem Bürgerfest in Eutin und auf dem Gelände der Landesgartenschau am 1. und 2. Oktober.

„Die Landesregierung hat sich dafür entschieden, dass bei der Feier die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner im Mittelpunkt stehen sollen“, erläutert Regierungssprecher Lars Erik Bethge. Und stößt damit auch auf Kritik. Das Land gebe sich mit der Entscheidung, bei der Jubiläumsfeier unter sich zu bleiben, viel zu bescheiden, sagt der langjährige Landespolitiker und FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Er erlebe immer wieder, wie peinlich das Land bundesweit auftrete – „als würden wir uns darum bemühen, bei Feierlichkeiten die uns betreffen, immer die rote Laterne zu haben“, kritisiert Kubicki die Eigen- und Außendarstellung des deutschen „Nordlichtes“. Aus seiner Sicht wäre es geboten gewesen, auch hohe Repräsentanten der Bundesregierung, Großbritanniens und der Nachbarn im Ostseeraum einzuladen. „Wir können unglaublich stolz sein, was die Leistungen unseres Landes betrifft, bei der Aufnahme von mehr als einer Million Ostflüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, ebenso wie in der Bewältigung der aktuellen Flüchtlingskrise“, sagt Kubicki. „Schleswig-Holstein ist ein wunderbares Land – wir können Selbstbewusstsein zeigen und haben allen Grund, etwas Werbung für unser Land zu machen“, fordert Wolfgang Kubicki.

Peter Harry Carstensen (CDU) äußert sich kritisch-diplomatisch. Schleswig-Holstein sei immerhin wesentlich älter als der Beschluss der britischen Besatzer, daraus ein Bundesland zu machen, sagt der frühere Ministerpräsident. „Wir sind das einzige natürliche Bindestrich-Land und bekamen – als preußische Provinz – unseren Bindestrich 1866. Wir haben jeden Anlass, selbstbewusst und ordentlich zu feiern!“

Nordrhein-Westfalen ist im Vergleich zum kleinen Land zwischen den Meeren mehr als doppelt so groß und hat sechs mal so viele Einwohner. <NO1>Der Ballungsraum Rhein- Ruhr ist eine der 30 größten Metropolregionen der Welt.<NO>Es sei eine kluge Entscheidung gewesen, das Bürgerfest mit der Landesgartenschau zu verlinken, sagt Daniel Günther, CDU- Fraktionschef im Landtag. „Das ist ein guter Rahmen, um die Stärken des Landes zu präsentieren.“

Schleswig-Holstein mag es an Größe und manchmal auch an Glanz und Gloria mangeln, im Stolz auf ihre Heimat sind sich Bürger und Politiker einig: „Bescheidung ist eine ganz große Tugend“, betont der ehemalige Ministerpräsident und SPD-Politiker Björn Engholm gegenüber den LN. „Das entspricht dem Land und seinem Charakter – und 70 Jahre sind ja nun kein Anlass, die Chöre aller Welt auftreten zu lassen.“

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