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Norddeutschland Schleswig-Holstein soll Ziel für Radurlauber werden
Nachrichten Norddeutschland Schleswig-Holstein soll Ziel für Radurlauber werden
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20:43 07.12.2017
Schleswig-Holstein will marode Radwege sanieren und neue Strecken bauen, um Gäste zu locken, die gern radeln. Quelle: Foto: Büttner/dpa
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Neumünster

370 Touristiker waren in Neumünster zusammengekommen – und erhielten von den Rednern auf dem Podium viel Lob. Buchholz: „2017 wird für den Tourismus in Schleswig-Holstein wieder ein Rekordjahr sein.“

Aufschwung in Zahlen

1,2 Millionen Übernachtungen mehr als im Vorjahreszeitraum verzeichneten die gewerblichen Beherbergungsbetriebe des Landes von Januar bis September 2017. Mit dieser Dynamik konnten andere Küstenländer wie Niedersachsen (+2 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (-1,9 Prozent) nicht mithalten. Zu den Wachstumstreibern zählt vor allem die Hotellerie (+4,2 Prozent).

6,1 Millionen Gäste verzeichne das Land, die Zahl der Übernachtungen werde zum Jahresende 29 Millionen übertreffen.

30 Millionen Übernachtungen bis zum Jahr 2025 hatte Buchholz’ Amtsvorgänger Reinhard Meyer (SPD) – als Präsident des Deutschen Tourismusverbands (DTV) anwesend – als strategisches Ziel ausgegeben. Die Marke wird vermutlich eher erreicht. Eine Anpassung an neue Ziele sei richtig, aber noch verfrüht, sagte Buchholz. Um danach zu den Hausaufgaben für die Branche zu kommen, denn Grund zum Ausruhen gebe es nicht: Schleswig-Holstein stehe im bundesweiten Ranking der Gästezufriedenheit nur auf Platz 6. „Das darf uns nicht zufriedenstellen.“ Besonders negativ von Urlaubern bewertet:

die Erscheinung der Ortsbilder. Buchholz kündigte an, an bestehenden regionalen Förderungen festhalten zu wollen. Dafür aber verlangt er Leitbilder. Jeder Ort müsse definieren,

wohin er eigentlich wolle. „Diese Aufgabe darf nicht im Tagesgeschäft untergehen.“

Die Touristiker aus dem Binnenland forderte Buchholz auf, ihre Chancen besser zu nutzen. Er sehe dort „ein akutes Handlungsfeld“.

Fürs Radwegenetz soll es zehn Millionen Euro vom Land geben. Die Tash werde die Vermarktung des Radtourismus intensivieren. „Radtourismus ist mehr als ein ausgebauter Radweg und das Aufhängen eines Hinweisschildes“, mahnte Buchholz. Eine richtig tolle Mountainbike-Strecke habe er hier noch nicht gesehen.

Die Digitalisierung der Tourismusbranche müsse Fahrt aufnehmen. „Es reicht nicht, den Prospekt 1:1 ins Internet zu stellen. Wir müssen die gesamte Dienstleistungsbranche digitalisieren“, forderte Buchholz. Ein Gast, der am Strand eine Gewitterfront aufziehen sehe, müsse über sein Smartphone beispielsweise kurzfristig eine Massage in seinem Hotel buchen können. Noch zu oft scheitere so etwas allein daran, dass es am Strand kein WLan gebe. Barrierefreiheit und Ausbau der Nebensaison seien weitere Schwerpunkte.

Von der Tash stellte sich Bettina Bunge als neue Geschäftsführerin vor. Sie durfte eine gute Nachricht hören: Die institutionelle Förderung der Tash wird vom Land um eine halbe Million Euro aufgestockt – auf 2,3 Millionen im Jahr. „Sukzessive Erhöhungen sind für die Folgejahre geplant“, sagte Buchholz.

Die Tourismusbetriebe selbst sind weiterhin in guter Stimmung, auch wenn der Konjunkturklima-Index gegenüber dem Vorjahreswert leicht gefallen ist. „Vielleicht wetterbedingt“, suchte Björn

Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, nach einer Erklärung. Größtes Risiko für die Betriebe bleibe der Fachkräftemangel.

Ex-Tash-Geschäftsführer Armin Dellnitz, heute Chef des Stuttgart-Marketing und DTV-Vize, attestierte Schleswig-Holstein ein Riesenpotenzial – wenn nachhaltig gearbeitet werde. Die Marke „Der echte Norden“ erzwinge geradezu, so zu handeln.

Die ADAC-Tourismuspreise wurden im Rahmen der Veranstaltung an den Ostholstein-Tourismus (OHT) und die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH verliehen.

Curd Tönnemann

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