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Norddeutschland Schleswig-Holstein verschärft Regeln für Shisha-Bars
Nachrichten Norddeutschland Schleswig-Holstein verschärft Regeln für Shisha-Bars
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19:30 04.12.2018
Shisha-Rauchen ist vor allem bei jungen Erwachsenen äußerst beliebt. Quelle: dpa
Lübeck/Kiel

Kohlenmonoxid-Melder, Warnschilder, neue Grenzwerte und separate Räume für das Vorglühen von Kohlen: Die Landesregierung hat die Regeln für Shisha-Bars in Schleswig-Holstein deutlich verschärft. In einem Erlass des Kieler Wirtschaftsministers Bernd Buchholz (FDP) werden jetzt Mindestanforderungen an die Gaststätten gestellt. Hintergrund: In den vergangenen Monaten war es in Shisha-Bars – auch in Schleswig-Holstein – mehrfach zu lebensbedrohlichen Vergiftungen durch das farb-, geruchs- und geschmacklose Kohlenmonoxid (CO) gekommen, das beim Rauchen von Wasserpfeifen entsteht.

„Nur durch eine ausreichende Sauerstoffzufuhr wird die Entstehung von Kohlenmonoxid vermieden“, sagt Buchholz. „Der Schwerpunkt der Erlasses liegt daher an Vorgaben zu ausreichend dimensionierten Lüftungsanlagen, damit bestimmte vorgegebene Raumluftwertgrenzen eingehalten werden.“ So müssen ab sofort im Gastraum pro Stunde und brennende Wasserpfeife mindestens 130 Kubikmeter Luft nach außen bewegt und durch Frischluft ersetzt werden. Die Lüftungsanlagen müssen regelmäßig kontrolliert und gewartet werden – eine Fachfirma muss den Betreibern das bescheinigen.

Gäste müssen Messwerte ablesen können

Weil bereits beim Vorglühen der Kohlen für die Shishas Kohlenmonoxid entsteht, muss dieser Vorgang künftig in einem separaten Raum mit einer mechanischen Abluftanlage stattfinden. Pro 50 Quadratmeter Gastraum soll zudem ein CO-Melder installiert werden, der Alarm schlägt, sobald die Kohlenmonoxid-Konzentration zu hoch ist. Der Melder soll dabei so angebracht werden, dass Gäste den aktuell gemessenen Wert ablesen können. Darüber hinaus müssen Shisha-Bar-Betreiber ab sofort ein gut sichtbares Warnschild anbringen, dass auf die möglichen Gesundheitsgefahren, insbesondere für Schwangere und Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, hinweist.

So funktionieren Shishas

Die orientalische Wasserpfeifewird meist mit Tabak mit Fruchtaroma geraucht. In der Regel wird dabei gelöcherte Alufolie mit glühender Kohle auf den Tabak gelegt, die enthaltene Feuchtigkeit sowie die Aromastoffe werden erhitzt und verdampfen. Durch das Ansaugen mit dem Mundstück wird der Rauch durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß gezogen und gekühlt. Beim Wasserpfeiferauchen wird gesundheitsgefährdendes Kohlenmonoxid freigesetzt.

Hans Hinrich Neve, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU, sagt: „Die Gesundheit der Menschen steht im Vordergrund. Der Erlass ist angemessen und sehr detailliert, jetzt muss sich in der Praxis zeigen, ob er sich bewährt.“ Marret Bohn (Grüne) betont: „Wir hoffen, dass diese Maßnahmen geeignet sind, gefährliche Vorkommnisse in Shisha-Bars zukünftig zu verhindern. Damit es nicht zu Ohnmachten oder Bewusstlosigkeit kommt, ist aber auch die Eigenverantwortung der Konsumenten gefragt.“

Kontrolle durch Behörden

Bernd Heinemann (SPD) spricht von einem „ersten richtigen Schritt“. „Er allein wird aber nicht ausreichen, wenn die neuen Regeln nicht auch entsprechend kontrolliert werden. Die Landesregierung muss die Kommunen nun dabei unterstützen, geeignete Kontrollen durchzuführen“, so Heinemann. Denn Durchsetzen müssen den Erlass jetzt Städte, Ämter und Gemeinden mit ihren Behörden.

Shisha-Bars werden vor allem bei jungen Menschen immer beliebter. In Lübeck gibt es inzwischen sieben Bars, aber auch in kleineren Städten wie Bad Oldesloe, Mölln oder Bad Segeberg haben sich die Bars etabliert. Die Betreiber reagieren zum Teil überrascht auf den Erlass aus Kiel. Wie viel sie investieren müssen, um die neuen Vorgaben zu erfüllen, ist bei den meisten aktuell noch unklar.

Jan Wulf

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