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Norddeutschland Landespolizei testet Drohnen in Eutin
Nachrichten Norddeutschland Landespolizei testet Drohnen in Eutin
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18:54 15.03.2019
Eine private Drohne mit Kamera beim Flug. Jetzt will sich auch die Landespolizei in Schleswig-Holstein solche Fluggeräte zu Nutze machen. Quelle: dpa
Kiel/Eutin

Ein achtköpfiges Team werde derzeit in der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für Bereitschaftspolizei (PDAFB) in den Umgang mit zwei Drohnen eingewiesen, sagt Torge Stelck, Sprecher des Landespolizeiamtes in Kiel, am Freitag auf LN-Anfrage. Zuvor seien die Teammitglieder zu „Luftfahrzeugfernführern“ ausgebildet worden. Zurzeit trainierten sie intensiv mit den Fluggeräten, stünden aber „noch ganz am Anfang der Testphase“.

Suche nach Vermissten oder Flüchtigen

Mit dem Test wolle die Landespolizei prüfen, ob und unter welchen Rahmenbedingungen Drohnen als polizeiliche Einsatzmittel genutzt werden können, erklärt Stelck. Mögliche Einsatzszenarien seien die Suche nach Vermissten oder Flüchtigen, die Video-Dokumentation von Übungen und die „taktische Einsatzbegleitung und die Lageerkundung zum Beispiel bei Unfällen, an weiträumigen Tatorten oder bei Schadenslagen“.

Für die Polizei seien Drohnen von Vorteil, da sich die Möglichkeit ergebe, auch unübersichtliches Gelände schnell und umfassend zu überprüfen, sagt der Sprecher des Landespolizeiamtes. Der Einsatz von Drohnen könne auch dem Schutz der eingesetzten Polizeikräfte dienen, um drohende Gefahren aufzuspüren, bevor die Einsatzkräfte damit konfrontiert sind.

Kein Einsatz bei Demonstrationen

Bei Versammlungen wie Demonstrationen sei der Einsatz von Drohnen grundsätzlich nicht zulässig, erklärt Stelck. Der Test werde sowohl vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz als auch von der Luftsicherheitsbehörde begleitet. Beide Drohnen seien für die taktischen Anforderungen konfiguriert, eine Datenausleitung an Externe sei technisch unterbunden worden. Die Testphase läuft zunächst bis zur Jahresmitte 2019. Danach werde ein Zwischenfazit gezogen und das weitere Vorgehen auf Basis der dann vorliegenden Erfahrungen geplant.

34 000 Euro investiert

Zum einen teste die Polizei eine etwa ein Kilogramm schwere Übungsdrohne, für den taktischen Einsatz sei eine größere, etwa 4 Kilogramm schwere Drohne vorgesehen. Beide Geräte könnten ungefähr 30 Minuten in der Luft eingesetzt werden. Speziell für die Suche nach Vermissten habe die Landespolizei auch eine Wärmebildkamera beschafft. Die Kosten liegen insgesamt bei rund 34 000 Euro. Im Einsatz werde der Drohnensteuerer durch einen Video-Operator unterstützt, der die Kameratechnik bedient. Zu diesem Team stoße bei Bedarf noch ein „Spotter“ für Luftraumbeobachtung und Kommunikation.

Bisher verfügt die Landespolizei in Schleswig-Holstein nicht über eigene Luftfahrzeuge wie zum Beispiel Hubschrauber. Würden Polizeihubschrauber benötigt, fordere man diese bei der Bundespolizei oder benachbarten Landespolizeien an.

Gewerkschaft fordert gesetzliche Regelung

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobt die Anschaffung der Drohnen. „Das ist ein wichtiger Schritt im Bereich der Gefahrenabwehr“, sagt der Landesvorsitzende Torsten Jäger. Es sei richtig, den Einsatz zunächst gründlich zu testen. „Momentan reicht dafür die rechtliche Grundlage aus. Wir fordern aber, dass der spätere Einsatz im Polizeirecht gesetzlich geregelt wird“, sagt Jäger.

Christian Risch

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