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Norddeutschland Schnee und Glatteis im Norden — Eis behindert auch Schifffahrt
Nachrichten Norddeutschland Schnee und Glatteis im Norden — Eis behindert auch Schifffahrt
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09:36 08.01.2016
Schlittschuhläufer auf dem Kölpinsee in Waren (Müritz). Der See ist zwar flach — trotzdem warnt die Polizei vor dem Betreten der Eisflächen.

Lang haben die Menschen im Norden auf den Wintereinbruch warten müssen. Jetzt ist er da — und zeigt sich gleich von seiner unangenehmen Seite. Schnee und Glätte haben gestern schon in Niedersachsen vor allem Autofahrern zu schaffen gemacht. In der Nacht sollte Schnee und Regen auch an die Ostseeküste ziehen — so lautete die aktuelle Voraussage bei Redaktionsschluss.

Überfrierende Nässe machte die Autobahn 7 bei Göttingen gestern zu einer gefährlichen Rutschbahn. Binnen 15 Minuten kam es dort zu fünf Unfällen. Allerdings sei es in diesem Fall bei Blechschäden geblieben, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei in Göttingen. Auch bei Osnabrück und im Emsland gab es mehrere Unfälle, verletzt wurde dabei niemand. Weniger glimpflich verlief ein Unfall auf der A 33 bei Hiltern: Dort hatte ein 21-Jähriger auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über seinen Wagen verloren und sich überschlagen. Er kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Abend vor neuem Glatteis.

Einschränkungen bringt der Wintereinbruch auch für Insulaner mit sich: Die Bewohner der Nordseeinsel Juist warten seit vier Tagen auf Lebensmittel, weil ein Versorgungsschiff wegen Eisgangs nicht anlegen kann. Eine Lieferung aus der Luft war bislang ebenfalls nicht möglich, da die Inselflieger wegen vereister Startbahnen nicht starten und landen können. Bislang geben sich die Insel-Bewohner aber entspannt: „Alles gut. Es gibt jede Menge Reserven. Niemand wird hier verhungern“, sagt Juists Bürgermeister Dietmar Patron. „Gut, man kann vielleicht ein paar Tage nicht zwischen fünf verschiedenen Sorten Joghurt wählen. Dann gibt's mal nur einen.“

In Schleswig-Holstein kam der Schnee etwas später an als zunächst erwartet. „Das hat sich alles etwas verzögert“, sagt Christoph Lerchl, Meteorologe bei Wetterwelt in Kiel. Zwischen neun Uhr und Mitternacht sollten von der Nordsee kommend bis zu zehn Zentimeter Neuschnee im Land fallen. „Wegen des starken Windes in manchen Ecken wegen Verwehungen sogar mehr“, erklärt Lerchl.

Auf Rodelspaß wie im Harz warten die Kinder im Norden aber vergeblich: „Der Schnee wird leider in der Nacht schon in Regen übergehen. Und dann kann es richtig glatt werden.“ Die Temperaturen steigen derweil wieder deutlich über den Gefrierpunkt.

Der Winter ist damit zwar noch lange nicht vorbei. Dass es noch einmal richtig kalt wird, ist laut Wetter-Statistik aber unwahrscheinlich. Nach Angaben des Hamburger Instituts für Wetter- und Klimakommunikation folgte nach besonders milden Dezembern mit mehr als 2,5 Grad über dem Durchschnitt in elf von 14 Fällen ein ebenfalls milder Januar. In zehn von 14 Fällen folgte auch ein milder Februar.

Schulfrei oder nicht? Verwirrung in Wolfsburg
Schulkinder in Wolfsburg dachten gestern morgen zuerst, sie müssten nicht zum Unterricht. Grund war eine falsche Pressemitteilung, die die Stadt einige Zeit später korrigierte.
„Aufgrund eines Fehlers ist heute um 5.02 Uhr eine fehlerhafte Meldung über einen Schulausfall veröffentlicht worden“, teilte die Stadt auf ihrer Homepage mit.
Doch nur in rund einem Drittel aller Kreise in Niedersachsen fiel die Schule wegen Schnee und Glätte aus. Abgesagt wurde die Schule in 13 von 38 Kreisen und drei von acht kreisfreien Städten, darunter in Osnabrück, Oldenburg, Aurich, Vechta und Cloppenburg.

LN

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