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Schneller zur Arbeit: Neue Fahrrad-Trassen in Planung

Hamburg Schneller zur Arbeit: Neue Fahrrad-Trassen in Planung

Die Metropolregion Hamburg stellt eine Million Euro zur Verfügung, um zu prüfen, wie acht neue Radschnellwege im Norden gebaut werden können. Geeignete Trassen für Pendler sollen gefunden und schnell realisiert werden – auch zwischen Groß Grönau, Lübeck und Bad Schwartau.

eRadschnellweg Göttingen an der Robert-Koch-Straße. Veröffentlicht unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Quelle: Dirk Schmidt/Wikipedia

Hamburg. „Wir unterstützen die Machbarkeitsstudie“, sagt Nicole Dorel, Sprecherin der Hansestadt Lübeck. „Die Stadt ist eingebunden bei der Planung.“ Es gebe einen ungefähren Korridor, auf dem der zwölf Kilometer lange Radweg von Bad Schwartau durch die Lübecker Innenstadt bis Groß Grönau verlaufen soll. Nun müsse man weitersehen. „Wir sehen das positiv.“

Mit dem Fahrrad zur Arbeit, auch wenn es 20 oder 30 Kilometer Strecke sind – umweltfreundlicher geht’s nicht. Möglichst ohne hinderliche Ampeln, also schnell und vor allem sicher sollen die neuen Fahrradschnellwege sein. Eine gute Idee, für die auch der Bund eine Stange Geld zur Verfügung stellt. Nach Informationen des Kieler Verkehrsministeriums geht es um rund 25 Millionen Euro.

Dies sei letztlich nicht viel, schränkt Minister Bernd Buchholz (FDP) ein, nicht „vor dem Hintergrund, dass der Neubau eines Kilometers Radschnellweg bis zu 1,5 Millionen Euro kosten könnte“. Beim Ausbau vorhandener Wege könne es günstiger werden. Vorgesehen sei auch nur eine anteilige Förderung durch den Bund.

Die Grafik zeigt mögliche Tassenbereiche.

Die Grafik zeigt mögliche Tassenbereiche.

Quelle:

Dirk Lau vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) in Hamburg ist noch pessimistischer. „25 Millionen Euro für Radschnellwege in ganz Deutschland, das ist ein Witz. So viel kostet es, einen Kilometer Autobahn zu bauen.“ Insofern sei jeder Cent, der zusätzlich in das Projekt gesteckt werde, der Sache dienlich. Notwendig sei die Investition allemal: Um die Qualität der Radwege im Norden stehe es nicht sonderlich gut, meint Lau. „Nur weil ein Schild mit der Aufschrift ,Radweg’ dransteht, heißt das ja nicht, dass die Wege sicher und komfortabel sind.“

Beim Land sieht man sich auf einem guten Weg. Mehr als 80 Prozent der Bundesstraßen, fast 60 Prozent der Landesstraßen sowie 35 Prozent der Kreisstraßen seien bereits mit einem Radweg ausgestattet.

Damit sei Schleswig-Holstein bundesweit die Nummer eins.

Darüber, dass ein Ausbau des Wegenetzes der richtige Weg ist, sind alle einig. „Wenn wir einen Beitrag zu sauberer Luft und weniger Staus leisten wollen, führt am Fahrrad kein Weg vorbei“, ist Andreas Rieckhof, Vorsitzender des Regionsrates der Metropolregion und Hamburger Verkehrs-Staatsrat, überzeugt. „Dafür brauchen Pendler gute Verkehrswege.“

Die Federführung für die neue Machbarkeitsstudie liegt beim Kreis Pinneberg. Alle neuen Trassen sollen gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sein. Die TU Hamburg hatte bereits im Februar eine Potenzialanalyse für 33 Fahrrad-Korridore der Metropolregion vorgelegt und untersucht, wie sich die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten verbessern würde.

Insgesamt sind es acht neue Radschnellwege im Norden, deren Umsetzbarkeit nun überprüft wird. Sechs davon führen aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen in die Metropole Hamburg, und einer von Wismar nach Schwerin. Der kürzeste Weg führt über 8,5 Kilometer von Ahrensburg nach Hamburg, der längste mit 57 Kilometern von Lüneburg über Winsen in die Metropole. Auch von Geesthacht soll bald man ruckzuck nach Hamburg radeln können. Die Gesamtlänge des neuen Wegenetzes beträgt 274,5 Kilometer.

Ob nach drei Jahren Planungsphase dann wirklich gebaut wird, steht aber auf einem anderen Blatt.

 Von Marcus Stöcklin

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