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Schulen gegen Antisemitismus

Kiel Schulen gegen Antisemitismus

Bildungsministerin will mehr Gedenkstätten-Besuche.

Kiel. . Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sieht die Schulen in der Pflicht im Kampf gegen wachsenden Antisemitismus. „Es besteht Handlungsbedarf, und ich sehe die Schulen hier in ganz besonderer Verantwortung“, sagte Karin Prien. „In Schleswig-Holstein werden wir unsere Erinnerungs- und Gedenkstätten stärker als außerschulische Lernorte in den Unterricht integrieren. Es ist mein Ziel, dass jeder Jugendliche in seiner Schulzeit eine Erinnerungsstätte an das Nazi-Regime, das sechs Millionen europäischer Juden ermordete, besucht.“ Falls dies auf freiwilliger Basis nicht zu erreichen sei, „muss man darüber nachdenken, so etwas verpflichtend einzuführen“.

Der zunehmende Antisemitismus ist nach Ansicht Priens auch darauf zurückführen, dass immer mehr Menschen aus arabischen Ländern nach Deutschland kommen, aber nicht nur: „Es gab allerdings schon lange vor der verstärkten Zuwanderung zu viel Antisemitismus von rechts- und auch linksradikaler Seite“, sagte Prien. „Wir müssen das Thema politische und historische Bildung unter diesem Gesichtspunkt nochmal überprüfen, ob wir da genug tun. Ich habe das in meinem Ministerium veranlasst.“

Es gehe übergeordnet um „Demokratie-Erziehung“, die in den Schulen eine größere Rolle spielen müsse. „Aus diesem Grund schauen wir uns derzeit die Lehrpläne im Fach Politik und Geschichte an.“ Und es müsse geprüft werden, ob die Zahl der Geschichts- und Politik-Unterrichtsstunden ausreiche. „Ich bin der Überzeugung, dass Demokratie-Erziehung sich von der Kita bis zur Universität durchziehen muss – auch im Sinne von gelebter und erlernter Demokratie.“

Damit meine sie nicht nur Mitspracherechte für Schüler, sondern auch Empathie, sagte Karin Prien. „Wenn Demonstranten wie kürzlich in Berlin israelische Fahnen verbrennen und dabei ,Tod den Juden’ schreien, dann ist das auch ein Zeichen mangelnder Empathie. Unsere Schulen stehen in der Verantwortung, gerade im Bereich Demokratie-Erziehung und Erzeugung von Empathie mehr zu tun.“

LN

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