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Norddeutschland Schuss auf Einbrecher — Haftstrafe
Nachrichten Norddeutschland Schuss auf Einbrecher — Haftstrafe
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21:25 17.12.2015
Der Angeklagte sitzt im Landgericht Hannover zwischen seinen Verteidigern Matthias Waldraff (l.) und Fritz Willig.

Für einen tödlichen Schuss auf einen jungen Einbrecher muss ein Sportschütze in Hannover drei Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte den 41-Jährigen wegen Totschlags. Vor der Tat im Juni war der Besitzer einer Autowerkstatt nachts durch Lärm geweckt worden und hatte draußen mehrere junge Männer wahrgenommen. Nach dem Öffnen der Haustür habe er auf den 18-Jährigen geschossen, weil er sich bedroht gefühlt habe, hatte der Schütze zu Prozessauftakt gesagt. Seine Verteidigung hatte deswegen auf Notwehr plädiert und einen Freispruch gefordert.

Die Anklage hatte sechseinhalb Jahre Haft verlangt.

Der Fall hatte über Hannover hinaus für Aufsehen gesorgt. Zur Verhandlung waren auch die Angehörigen des aus Moldawien stammenden Opfers angereist, im Gerichtssaal rangen sie immer wieder um Fassung.

Empört über das Strafmaß stürmte der Vater des 18-Jährigen nach dem Urteilsspruch aus dem Saal, während die Mutter schluchzend ihren Kopf in die Arme legte. Der getötete Mann hatte sich mit drei Freunden erstmals auf einer Auslandsreise befunden.

Der Angeklagte war in seinem Stadtteil sehr beliebt und bislang nie negativ aufgefallen. „Sie haben in einem Sekundenbruchteil falsch entschieden“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch.

Wut, Angst oder Empörung hätten den Schützen bewegt, abzudrücken. Dabei habe er den Tod des jungen Mannes billigend in Kauf genommen. „Sie haben erkannt, dass die Jungs auf der Flucht waren, dass sie weg wollten, und Sie haben dennoch geschossen.“ Aus etwa zwei Meter Entfernung traf der trainierte Sportschütze den jungen Mann in die Schulter.

LN

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