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Norddeutschland Schutzräume für Insekten gefordert
Nachrichten Norddeutschland Schutzräume für Insekten gefordert
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20:10 13.01.2018
Kiel

Der akute Insektenschwund erfordert aus Expertensicht ein konsequentes Umdenken in der Gesellschaft und einen Wandel im Naturschutzmanagement. Die hohen Stickstoffgehalte in Luft und Böden führten zusammen mit Pflanzenschutzmitteln zu einem gefährlichen Verlust insektenfreundlicher Pflanzen in der Natur, sagt Detlef Kolligs von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Weniger Stickstoff und Pestizide sowie ein anderes Naturschutzmanagement seien nötig, um das Verschwinden der Insekten zu stoppen. Einer Studie zufolge war in Deutschland die Insektenmasse in den vergangenen 27 Jahren um 75 Prozent gesunken.

„Die genetische Vielfalt und die Artenvielfalt sind zugleich Erbe und Zukunft der Menschheit“, sagt Kolligs. Ohne Vielfalt könne es keine Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen geben. Über 60 Prozent aller bekannten Arten der Erde seien Insekten. Sie seien die artenreichste Gruppe unter den Tieren, Basis der Ökosysteme sowie Eiweißlieferanten für viele größere Tiere. Außerdem bestäubten sie die Blüten vieler Pflanzen und trügen so zur Fruchtbildung bei.

Schutzräume sind laut Kolligs oft zu klein und zu wenig. Mindestens 100 Hektar seien nötig, damit genügend Insekten eine überlebensfähige Population bilden könnten. Es fehlten zudem Landschaftsbrücken zwischen verschiedenen Naturschutzgebieten, beklagt der Fachmann. Diese würden benötigt, damit die Insekten, falls sie an einem Standort nicht mehr überleben können, einen Ersatzstandort erreichen können. Diese Brückenfunktion könnten auch Gärten erfüllen. Kolligs empfiehlt, abwechselnd nur jeweils die Hälfte des Rasens zu mähen. „Man kann auch einfach ein heimisches Gehölz pflanzen, eine Pappel, Eiche, Birke oder Weide – denn auf ihnen sind die meisten Insektenarten zu Hause.“

LN

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