Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Schwebefähre prallt gegen Frachter - Kanal wieder frei
Nachrichten Norddeutschland Schwebefähre prallt gegen Frachter - Kanal wieder frei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 08.01.2016
Anzeige
Rendsburg

Dieses Unglück hätte noch viel schlimmer ausgehen können: Die an einer Eisenbahnbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal hängende Schwebefähre bei Rendsburg ist am Freitagmorgen mit einem Frachter zusammengestoßen. Dabei wurde der Fährführer schwer verletzt, berichtete die Polizei. Der Mann kam ins Krankenhaus. Der einzige Passagier, ein Polizist auf dem Heimweg, kam bei dem Zusammenstoß im Morgendunkel mit leichten Verletzungen davon - er trug einen schützenden Fahrradhelm.

Zur Galerie
Die Rendsburger Schwebefähre hängt am 8. Januar 2016 in Rendsburg (Schleswig-Holstein) beschädigt über dem Nord-Ostsee-Kanal. Ein Frachter und die Fähre waren aus bislang ungeklärter Ursache zusammengeprallt. Zwei Menschen wurden verletzt.

Beide Verletzte konnten mit einer anderen Fähre in Sicherheit gebracht werden. Aussagen zum Hergang lagen von ihnen bis zum Abend nicht vor. Der Kanal und die für den Nord-Süd-Verkehr zwischen Deutschland und Dänemark wichtige Eisenbahnbrücke wurden für die Rettungs- und Bergungsarbeiten rund zehn Stunden lang gesperrt.

Am Nachmittag wurden der Schiffsverkehr auf dem Kanal und die Eisenbahnbrücke für den Bahnverkehr wieder freigegeben. Der Frachter „Evert Prahm“ wurde ebenfalls beschädigt und machte am Morgen im Hafen von Rendsburg fest. Die Brücke blieb unbeschädigt.

Warum das unter deutscher Flagge fahrende Schiff gegen 6.40 Uhr mit der an Stahlseilen an der Eisenbahnhochbrücke hängenden Schwebefähre zusammenprallte, war zunächst unklar. Vorfahrt auf dem rund 100 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel haben stets die in Längsrichtung fahrenden Schiffe. Hinweise auf Alkoholeinfluss hätten sich nicht ergeben, gab die Polizei an. An Bord des Schiffes wurde niemand verletzt.

Hätte sich die Kollision später ereignet, wären die Folgen wohl weit schlimmer gewesen: Dann hätte die bei dem Zusammenstoß schwer beschädigte Fähre wahrscheinlich auch Schulkinder und Autos befördert. „Eine Stunde später hätten wir möglicherweise eine größere Zahl an Geschädigten gehabt“, sagte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. „Gott sei dank ist das nicht so passiert.“

Die über 100 Jahre alte Schwebefähre war auf dem Weg vom Nord- zum Südufer und der 74 Meter lange Frachter fuhr nach Westen in Richtung Brunsbüttel, als beide Fahrzeuge mitten auf dem Kanal heftig zusammenkrachten. Bei der Kollision wurden die Halteseile der denkmalgeschützten Schwebefähre stark beschädigt; sie war deshalb nicht mehr manövrierfähig. Die Schwebefähre wird von Fußgängern, Radfahrern und Autos benutzt. Sie transportiert täglich etwa 520 Fahrzeuge und 1700 Menschen.

Wie Experten feststellten, wurde die Brücke infolge der Kollision nicht beschädigt. Spezialisten schafften es nach mehreren Stunden, die Schwebefähre wieder sicher in ihre Laufschiene einzuhängen. Arbeiter zogen sie dann Stück für Stück 70 Meter weit mit Muskelkraft auf die Südseite.

Am Nachmittag berichtete die Polizei, alle Rettungs- und Bergungsmaßnahmen seien abgeschlossen. Der Nord-Ostsee-Kanal wurde gegen 16.15 Uhr nach knapp zehn Stunden für den Schiffsverkehr wieder freigegeben. Rund 25 Minuten später gab es auch grünes Licht für den Bahnverkehr.

Nach Angaben der Bahn waren die drei Zugstrecken von Hamburg nach Flensburg, von Husum nach Kiel und von Kiel nach Rendsburg von der Sperrung der Eisenbahnbrücke betroffen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde tagsüber zwischen Rendsburg und Nortorf sowie Rendsburg und Felde bei Kiel eingerichtet. Nach dem Zusammenstoß am Freitagmorgen waren mehr als 80 Kräfte von Polizei, Wasserschutzpolizei, Rettungsdienst und Feuerwehr im Einsatz.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

. Die Dorfkneipe ist dicht, der Lebensmittelladen auch, der Schule gehen die Kinder aus und das Busunternehmen hat seine Linie gekappt — auch im Norden ist ...

07.01.2016

Der Gewahrsam soll am Flughafen entstehen.

07.01.2016

Zum Jahreswechsel war noch alles gut — blauer Himmel, schwache Brise. Nun sorgt ein Sturmtief dafür, dass Polarexperte Arved Fuchs mit seiner „Dagmar Aaen“ nicht ...

07.01.2016
Anzeige