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Norddeutschland Schweres Erdbeben in Italien: Der Norden will helfen
Nachrichten Norddeutschland Schweres Erdbeben in Italien: Der Norden will helfen
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07:13 25.08.2016
Italienische Feuerwehrleute suchen in den Trümmern in Amatrice nach Opfern. Quelle: dpa
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Rom

Überall völlig zerstörte Häuser, Trümmer und Staub bedecken Straßen und Autos: Ein schweres Erdbeben hat in der Nacht zu gestern Mittelitalien erschüttert. Betroffen waren mehrere kleinere Orte in einer Bergregion rund 150 Kilometer nordöstlich von Rom. Mindestens 247 Menschen starben, darunter zahlreiche Kinder. Dutzende wurden verletzt, viele werden noch vermisst.

Die deutsche Bundesregierung hat Italien bereits die Hilfe von Experten des Technischen Hilfswerks (THW) angeboten. Auch Ehrenamtler aus Schleswig-Holstein wollen im Katastrophengebiet helfen. „Wir sind bereit und rechnen damit, dass Italien unsere Baufachberater anfordert, damit diese die Statik und die Belastbarkeit der Gebäude untersuchen“, sagt Heidrun Thomas, die Einsatz-Sachbearbeiterin in Kiel. „Aber die Italiener sind momentan noch dabei, sich zu sortieren.“

Das Hauptbeben hatte laut dem Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam eine Stärke von 6,2 und war bis nach Rom zu spüren. Zudem gab es rund 200 Nachbeben. Die Häuser in der Region sind teils jahrhundertealt und halten solchen Belastungen nicht stand. In einigen Orten soll kein einziges Gebäude mehr stehen.

Immer wieder nahmen Heidrun Thomas und ihre Kollegen gestern Kontakt mit der THW-Bundeszentrale in Bonn auf, um zu erfahren, ob sie schon offiziell alarmiert wurden. Denn bevor die Helfer aus dem Norden ausrücken können, muss ein internationales Hilfeersuchen von Italien vorliegen – und das war bis gestern Abend nicht der Fall. Thomas: „Erst dann können wir tätig werden.“

So wie 2005 in Pakistan, 2010 in Haiti – und zuletzt im Frühjahr 2015 in Nepal. Damals reisten mehrere THW-Helfer aus Schleswig Holstein nach einem schweren Erdbeben in den südasiatischen Staat. Sie kümmerten sich zum Beispiel darum, die deutschen Touristen aus der betroffenen Gebirgsregion zurückzuholen und organisierten deren Rückreise nach Deutschland. Und sie richteten eine Trinkwasserversorgung für die Menschen in dem zerstörten Gebiet ein. Letzteres könnte auch in Italien nötig werden, schätzt Heidrun Thomas. „Aber wenn, dann wohl erst etwas später. Als Erstes rechnen wir damit, dass unsere Baufachberater gebraucht werden.“

Innerhalb von sechs Stunden müssen die ehrenamtlichen Helfer aus Schleswig-Holstein im Krisenfall einsatzbereit sein, wenn sie angefordert werden. „Unsere Helfer verfolgen alle die Nachrichten und sind natürlich für so etwas sensibilisiert“, sagt Thomas. „Aus vergangenen Einsätzen wissen sie schon, dass es dann plötzlich sehr schnell gehen kann.“

Janina Dietrich

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