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Norddeutschland Schwimmende Müllabfuhr
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20:49 22.06.2017
Horst Fiebiger und Gaby Kandulla fischen mit dem Boot „Schiermoker II“ Müll aus dem Wasser. Quelle: Foto: Andre Klohn/dpa
Kiel

Acht Stunden lang sammelt der „Schiermoker II“ (Saubermacher) ein, was das Zeug hält. „Da hinten ist noch mehr“, ruft Kiels „Müllmann auf See“ Horst Fiebiger und zeigt auf eine Flasche, die in der Förde schwimmt. Gaby Kandulla greift zum Kescher. Ruckzuck landet der Müll in einer der drei Mülltonnen an Deck. Das tut auch Not. Denn bei der Kieler Woche landet nicht nur an Land Müll.

Nach Angaben des Abfallwirtschaftsbetriebs sammelt der „Schiermoker II“ während des Sommerfests bis zu 2,5 Kubikmeter Müll aus der Förde. Pfandflaschen und -becher kommen in eine Extra-Tonne.

„Wenn die Leute genug getrunken haben, fehlt ihnen offenbar die Lust, Pfandbecher wieder abzugeben“, sagt Fiebiger. Die Pfandsammler freut es. Die Extra-Tonne stellen Fiebiger und seine Kollegen abends an die Festmeile auf der Kiellinie. „Neben dem Sammeln stehen immer noch die Präsenz der schwimmenden Müllabfuhr auf dem Wasser und die damit verbundene Thematik im Vordergrund“, so Sprecher Rolf Eichholz.

Vom Anleger in der Nähe des Landtags geht es die Förde entlang Richtung Hörn, danach an den U-Booten der Werft TKMS vorbei. Der leichte Ostwind macht Fiebiger und Kandulla die Arbeit leichter. Er treibt den Dreck an die Kaimauern. Im Kescher der 56-Jährigen landen hauptsächlich leere Flaschen und Pfandbecher. Sie fischt aber auch eine Mütze, ein großes Plakat, das auf das Open Ship eines Traditionsschiffes hinweist, und einen Gesundheitsschuh aus dem Wasser. Der bislang wohl spektakulärste Fund der vergangenen Jahre war ein volles 50-Liter-Fass Bier. Aber auch eine Matratze, ein Biertisch und die eine oder andere schwimmende Mülltonne seien aus dem Wasser gezogen worden, sagt Eichholz.

Sonntag sticht die „Schiermoker II“ zum vorläufig letzten Mal in See. Dann ist für 51 Wochen wieder außer Dienst – bis zur nächsten Kieler Woche Ende Juni 2018.

LN

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