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Norddeutschland Seenotretter halfen 538 Menschen
Nachrichten Norddeutschland Seenotretter halfen 538 Menschen
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21:23 12.01.2016
Schauspieler Markus Knüfken ist neuer Botschafter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und lässt sich im Überlebensanzug aus dem Wasser retten. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa

Die Seenotretter haben im vergangenen Jahr 538 Menschen an der Nord- und Ostsee aus teils lebensbedrohlichen Situationen befreit. Dazu waren die Besatzungen im 150. Jahr des Bestehens ihrer Organisation auf ihren Rettungskreuzern und Booten 2100 Mal im Einsatz, bilanzierte gestern in Cuxhaven die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Seit ihrer Gründung im Jahr 1865 haben sie damit insgesamt 82222 Menschen gerettet. Sitz der Seenot-Leitzentrale ist Bremen. An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste waren die Seenotretter 725 Mal im Einsatz, 72 Mal weniger als im Vorjahr. Sie retteten 40 Menschen aus Seenot und befreiten 253 weitere aus anderen Gefahrensituationen. An der Nordseeküste bargen die Teams bei insgesamt 255 Einsätzen zwei Menschen aus Seenot und halfen 21 in weiteren Gefahrensituationen. Die einsatzstärksten Stationen waren Laboe, Maasholm und Cuxhaven. In ihrer Arbeit an 54 Stationen rund um die Uhr und bei jedem Wetter stützt sich die Organisation auf 1000 Mitarbeiter, von denen sich etwa 800 freiwillig engagieren.

Im März ging es vor Amrum um Leben und Tod, als die Seenotretter eine Mutter mit Kind buchstäblich freischaufeln mussten, weil die Frau bereits bis zum Oberschenkel im Watt eingesunken war. Vor Bremerhaven verhinderten Retter im Mai mit dem Einsatz von Pumpen den Untergang eines historischen Plattbodenschiffes. Vor Peenemünde eilten die Seenotretter im Juni einem brennenden Fischkutter zu Hilfe. Südöstlich der dänischen Insel Langeland bargen Einsatzkräfte im Juli zwei Segler von ihrem havarierten Boot, das wenig später sank. „Ich bin froh, dass es die Seenotretter gibt“, sagte der neue „Bootschafter“ der DGzRS, der Hamburger Schauspieler Markus Knüfken (50). Der Seekajakfahrer versuchte im Oktober 2010 selbst einen gekenterten Segler zu retten, was aber erst mit Unterstützung der DGzRS gelang. „Als Kajakfahrer bin ich mir bewusst, dass die See große Gefahren birgt“, betonte Knüfken. „Trotz bester Vorbereitung kann ich auch schnell mal auf die Retter angewiesen sein.“

„Wir sind vor größeren Katastrophen verschont geblieben“, sagte DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey. Trotzdem sei absehbar, dass die Herausforderungen für die Seenotretter künftig stiegen: „Der Verkehr auf See nimmt zu, und auch die Zahl der Wassersportler steigt.“ Deshalb erneuert die ausschließlich spendenfinanzierte Organisation auch in diesem Jahr ihre Rettungsflotte und stellt zwei neue Boote in Dienst. Derzeit verfügt die Gesellschaft über 59 Seenotrettungskreuzer und -boote.

Gegründet wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger am 29. Mai 1865 in Kiel. Auslöser war der Untergang des Auswandererschiffes „Johanne“ am 6. November 1854 vor Spiekeroog an der ostfriesischen Nordseeküste. Beim Schiffbruch der Bark starben 84 Menschen bei tosendem Wellengang.

LN

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