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Norddeutschland Seriendieb betrog Senioren vor dem Supermarkt
Nachrichten Norddeutschland Seriendieb betrog Senioren vor dem Supermarkt
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23:12 26.09.2016

Eineinhalb Jahre Haft wegen besonders schweren Diebstahls hat jetzt ein 23-Jähriger bekommen, der reihenweise Senioren Geldbeträge von bis zu 500 Euro gestohlen hatte. Auf Parkplätzen von Supermärkten zwischen Norderstedt und Flensburg sprach der Angeklagte gezielt ältere Menschen an und bat um das Wechseln einer Münze für den Einkaufswagen. Als diese ihr Portemonnaie herausholten, zog er ihnen die Geldscheine aus der Börse. So zum Beispiel am 2. Oktober 2014 auf dem Aldi-Parkplatz in Hamburg-Langenhorn: Dort nahm er einem Rentner 70 Euro ab, während er gemeinsam mit ihm die passende Münze suchte. Anschließend flüchtete er in einem Pkw.

Eigentlich wollte der einschlägig vorbestrafte Rumäne, der sich im Prozess nur über Dolmetscher verständlich machen konnte, gestern im Kieler Landgericht um Bewährung kämpfen: Im Juni hatte ihn ein Schöffengericht in Neumünster wegen acht weiterer Fälle zwischen August und Oktober 2014 zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte legte Berufung ein. In zweiter Instanz gab er sich reumütig und gelobte Besserung. So versprach er, im Fall einer Bewährung das Abitur und eine Berufsausbildung nachzuholen, um künftig straffrei leben zu können. Doch das Gericht glaubte nicht an den Herzenswunsch, mit dem Berufsziel „Bauarbeiter oder Monteur“ zurück nach Rumänien zur Mutter und den sieben Geschwistern zu ziehen, um dort noch einmal vier Jahre die Schulbank zu drücken. Die Vorerkenntnisse sprachen eine andere Sprache. Demnach stand der wohnsitzlose Mann seit 2010 fünfmal wegen ähnlicher Taten vor Gericht. Stets suchte er sich ältere und gebrechliche Opfer. An Geldautomaten soll er ihnen über die Schulter gespäht haben, um später mithilfe der Pin ihr Konto abzuräumen. In Hannover, Soltau, Osnabrück und Duisburg wurde er bereits zu Jugendstrafen von bis acht Monaten verurteilt.

Die Verteidigerin bemühte sich gestern nach Kräften, ihren Landsmann in ein besseres Licht zu rücken. Engagiert legte sie seine inzwischen bewältigte Drogensucht in die Waagschale. Ihr Mandant, sagte sie, wolle „mit seinem Leben aufräumen“ und bitte um die Chance, die Abendschule zu besuchen, um sich für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Anhaltspunkte für eine positive Prognose sah die Berufungskammer jedoch nicht. Nachdem das Gericht nicht ausschließen konnte, in der Berufung eine härtere Strafe zu verhängen, zog die Verteidigung das Rechtsmittel zurück. Das Urteil des Schöffengerichts ist damit rechtskräftig.

gey

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