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Norddeutschland Simonis bringt ersten Krimi raus
Nachrichten Norddeutschland Simonis bringt ersten Krimi raus
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18:12 02.07.2016
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Kiel

Vor elf Jahren nahm die politische Karriere von Heide Simonis ein abruptes Ende. Damals verweigerte ein Abweichler aus den eigenen Reihen vier Mal seine Stimme für ihre Wiederwahl als Ministerpräsidentin. Als „Heide-Mörder“ ging der Unbekannte in die Geschichte des Landes ein. Nun schlägt Simonis zurück und zaubert gleich vier Morde aus dem Hut. Ihr erster Krimi ist auf den Markt.

Heide Simonis präsentiert den Krimi „Heringstage“. Quelle: Frank Peter

Zentrale Figur in ihrem Buch ist Ayshe Gürdür, eine deutsche Kommissarin mit türkischem Hintergrund. „In einer türkischen Zeitung hatte ich den Nachnamen gelesen und wusste sofort, den brauch'

ich bestimmt noch mal“, erzählt Simonis. Doch bis der Krimi konkreter wurde, gingen noch etliche Jahre ins Land. „Dabei behauptet meine Schwester immer, dass es ja wohl leicht sei, einen Krimi zu schreiben. Aber heute kann ich sagen: Das ist ganz und gar nicht leicht.“ Mehrere Figuren in ihrem Buch verwarf sie wieder, musste immer wieder Personen einfangen, die irgendwie im Laufe der Kapitel ein Eigenleben entwickelten. Dazu kam noch die Frage, wo denn das Ganze spielen sollte. „Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass ein Autor immer über die Region schreiben sollte, die er kennt, und über Menschen, von denen er halbwegs weiß, wie sie leben“, sagt die 72-Jährige. Trotzdem kamen Kiel, wo sie seit 13 Jahren lebt, und Bordesholm, wo sie zu ihrer politisch aktiven Zeit wohnte, nicht in Frage. „Die Gefahr ist zu groß, dass man die Figuren mit realen Personen besetzt.“

Schließlich landete sie bei Kappeln, wo sie 1998 selbst einmal Heringskönigin wurde. Und schon hatte sie auch den Titel: „Heringstage“ – das Volksfest schlechthin in der kleinen Stadt an der Schlei.

Dort lässt die Sozialdemokratin nun morden. Gleich drei Frauenleichen beschäftigen die Kriminalpolizei. „Was ich vollkommen unterschätzt habe, war inhaltlich sehr genau zu schreiben“, sagt die Vielleserin. Im „Zwei-Finger-Hacksystem“ hangelte sie sich in den vergangenen Monaten munter und manchmal wie im Fieber durch die Kapitel.

Mit dem Borbyer Werkstatt Verlag fand sie schnell den passenden Herausgeber aus der Region. Der Künstler Falko Windhaus lieferte das Heringsmotiv fürs Titelbild. Als Ende Mai alles fertig war, ging's in die Toskana zum Erholen. Doch in ihrem Kopf arbeitet es kräftig weiter.

„Mein Buch endet ja mit einem vierten Mord“, sagt sie schmunzelnd. „Den muss ich ja eigentlich noch aufklären.“ K. Backheuer

LN

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