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Norddeutschland So rüsten wir uns für den Outdoor-Trip
Nachrichten Norddeutschland So rüsten wir uns für den Outdoor-Trip
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20:44 28.06.2017
Anprobe bei Decathlon: Colin Morbach (20, l.) und Ilka Maaß (21) lassen sich von Verkäufer Maurice Bröker Softshelljacken zeigen. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Colin Morbach und seine Freundin Ilka Maaß sind voller Vorfreude. Am Sonnabend geht es für die beiden ins Zillertal – eine Woche Outdoor-Urlaub in Österreich. „Ich liebe die Freiheit in der Natur“, sagt der 20-Jährige. Eine Pauschalreise nach Mallorca könne er sich dagegen überhaupt nicht vorstellen. „Ich muss mich austesten können und genieße die Bewegung und Ruhe in den Bergen.“

Im Sommer zieht es viele Norddeutsche zum Wandern oder Campen in die Natur. In den Fachgeschäften herrscht deshalb jetzt Hochbetrieb.

Bei Decathlon in Lübeck macht das Paar letzte Besorgungen für den bevorstehenden Trip, zum Beispiel werden noch ein paar Wandersocken eingepackt. Denn laufen werden die Reinfelder viel. Jeden Tag ist eine andere Tour geplant. „Ich würde dieses Jahr gerne auf 3500 Meter hoch“, sagt der Student. In dieser Höhe liegt sogar im Sommer Schnee, deshalb müssen die Norddeutschen auch wetterfeste Jacken in ihren Reiserucksack packen.

Decathlon-Verkäufer Maurice Bröker zeigt ihnen einige Modelle. In der Camping-Abteilung des Sportartikel-Riesen ist zurzeit eine Menge los, aber auch die kleineren Outdoor-Fachgeschäfte erwarten in den kommenden Wochen einen Kundenansturm. Denn viele Menschen im Norden statten sich jetzt für ihren Urlaub im Freien aus. „Im Sommer gehen die Leute auf Tour“, sagt Mathias Pauls, Inhaber von Globe Camp in der Lübecker Innenstadt. „Und dann brauchen sie Schlafsäcke, Rucksäcke und Ähnliches.“ Wichtig sei diesen „Alternativ-Urlaubern“, dass die Sachen klein, leicht, hochwertig und – wenn möglich – öko seien, berichtet der Experte.

Auch Oscar hat schon genaue Vorstellungen, als er den Laden betritt. Der 14-Jährige fährt Ende Juli zum Bundeslager der Pfadfinder. Zwei Wochen lang wird er zusammen mit rund 4000 anderen Pfadfindern in Großzerlang (Brandenburg) zelten. „Dafür brauche ich noch einen Schlafsack“, sagt der Schüler. „Und zwar einen mit Kunstfaserfüllung, wie es ihn bei der Bundeswehr gibt.“ Der Vorteil sei, dass diese Modelle schneller trockneten und unempfindlicher seien, erklärt sein Vater Robert Brandt. „Das ist gut, weil die Jungs auch mal außerhalb des Zeltes schlafen werden.“

Während die beiden die Schlafsäcke durchforsten, erklärt Verkäuferin Sylvia Fickenscher draußen die Vorzüge der dort aufgebauten Zelte. Florian Doll hört interessiert zu. Der 20-Jährige will mit drei Freunden eine Radtour nach Fehmarn machen – inklusive Übernachten im Zelt. „Ich habe ein bisschen Outdoor-Erfahrung“, sagt der Lübecker. „Ich war schon mal mit meiner Familie unterwegs, aber auch ganz alleine.“

Sylvia Fickenscher wird unterdessen von der nächsten Kundin in Beschlag genommen. Die Frau sucht eine Ausrüstung für ihren Sohn, der nach dem Abitur mit Freunden eine Wandertour in Österreich machen will. Schlafsack, Universalbesteck und eine Kopflampe sollen es sein. „Zweimal drücken, damit sie leuchtet. Gedrückt halten, dann geht sie wieder aus“, erklärt Fickenscher und reicht der Frau eine LED-Lampe.

Neben den Sommerurlaubern kämen zurzeit auch viele Abiturienten in sein Geschäft, die nach der Schule nach Neuseeland oder Australien reisen wollten, berichtet Christoph König, Inhaber von Trekking König in Lübeck. „Die interessieren sich dann hauptsächlich für große Tourenrucksäcke.“ Gefragt seien diesen Sommer zudem faltbare Trinkbeutel. „Die werden gerne mit zu Festivals genommen“, sagt König, „weil dort ja meistens keine Glasflaschen mehr erlaubt sind.“

Branche wächst – aber langsamer als früher

Die Outdoor-Firmen sind eigenen Angaben zufolge gut ins Jahr 2017 gestartet. Nun hofft Nicole Espey, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Sportartikel-Industrie, dass der Schwung anhält. Denn die Branche ist nicht mehr so erfolgsverwöhnt wie vor einigen Jahren. Bis etwa 2011 habe es ein zweistelliges Wachstum gegeben. Inzwischen habe aber eine gewisse Sättigung eingesetzt.

Um rund drei Prozent ist der Markt laut European Outdoor Group (EOG) im vergangenen Jahr gewachsen. Vor allem die Bereiche Ausrüstung und Zubehör liefen demnach gut mit einem Wachstum von bis zu 5,3 Prozent. Aber auch die Bekleidung, die 2015 noch hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, legte um 4,2 Prozent zu. „Wir sind wieder auf der Schiene, es geht voran“, sagt EOG-Präsident John Jansen. Der Trend gehe nach wie vor in Richtung „Urban Outdoor“. Darunter fällt beispielsweise Kleidung, die für den Alltag und für leichte sportliche Betätigungen geeignet ist.

Janina Dietrich

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