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Norddeutschland So schön ist Stand-Up-Paddling!
Nachrichten Norddeutschland So schön ist Stand-Up-Paddling!
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14:32 30.05.2018
Jessy Rathje von Decathlon kennt sich mit SUP-Boards aus. Ab 299 Euro ist man dabei. Natürlich geht es auch wesentlich teurer.
Lübeck

Wie Tanja Herrmann (46). Die Krankenschwester aus Krummesse ist nach Lübeck an die Wakenitz gefahren und lädt gerade ihr Board aus. „Ich fahr’ jetzt damit unter der Moltkebrücke durch und dann einfach den Fluss entlang“, verkündet sie. „Ungefähr eine Stunde lang nur paddeln. Zur Entspannung.“

Noch ein Brett, das die Welt bedeuten kann: Es sieht ähnlich aus wie ein Surf-Brett, ist aber zum Paddeln da – das Stand-Up-Paddle-Board. Eine vergleichsweise neue Sportart, die auch im Norden, an der Ostsee wie an Binnengewässern, zunehmend Liebhaber findet.

Das Stand-Up-Paddling (SUP) gebe ihr ein „Ganzkörper-Feeling“, bekennt sie. Praktisch jeder Muskel des Körpers werde beansprucht. Aber eben nicht zu sehr. Außerdem genieße sie es, auf dem Wasser zu sein. „Man ist mitten in der Stadt – und trotzdem hat man totale Ruhe.“

Das Praktische: Ihr Board ist eins zum Aufpumpen. Auf diese Weise kann man es gut aufbewahren. „Zusammengefaltet passt es in eine Tasche, die etwa so groß ist wie ein Reiserucksack.“ Sie legt das Board aufs Wasser, steigt darauf und paddelt los.

Tanja Herrmanns Board hat rund 1000 Euro gekostet, doch es geht auch billiger. Jessy Rathje (31) vom Sportausrüster Decathlon hat SUP-Bretter ab 299 Euro. „Einsteiger-Boards“ seien das. „Die sind besonders kippsicher.“ Mit anderen sei man schneller unterwegs. Eine „Finne“, die das Board stabilisiert, sei im Preis inbegriffen, ebenso eine „Leash“, also eine Leine, die am Bein und am Brett befestigt wird. „Damit es nicht gleich abtreibt, wenn man mal ins Wasser fällt.“ Das Paddel zum Board gibt’s ab 39,99 Euro, eine Pumpe für 29,99 Euro.

Bloß: wie geht das eigentlich, SUP? Bei Jan Deckwerth (25) von der Surfschule an der Wakenitz oder über das Surf-Center-Lübeck kann man einen SUP-Kursus buchen. „Der dauert zwei Stunden und kostet 29 Euro“, erklärt Deckwerth. „Eine Stunde ist Unterricht, eine Stunde dient zum Ausprobieren.“ Wer mutig genug ist, kann sich aber auch ohne Kursus ein Board mieten, für zwölf Euro die Stunde. Das haben Heinz Böckenhauer (55) und seine Freundin Jacqueline Reinke (42) gerade vor. Beide haben noch nie auf einem SUP gestanden. „Es ist neu, man möchte es ausprobieren“, sagt die Physiotherapeutin gut gelaunt. Deckwerth rät, im Knien loszupaddeln. „Man kann ins Wasser fallen, es ist ein Wassersport. Aber hier am Ufer ist die Wakenitz kaum 50 Zentimeter tief, da muss man vorsichtig sein.“ Jacquelines Board kippt nach einigen Metern, wieder raufzukommen, ist gar nicht so leicht. Aber die beiden lassen sich nicht entmutigen. „Es ist wirklich nicht so schwer“, meint Jan Deckwerth. Wer mag, kann sogar Yoga-Kurse auf dem Brett belegen oder es mit einem Segel statt des Paddels versuchen.

Wer sich allerdings auf die Ostsee wagt, sollte vorsichtig sein, rät Sten Kopp (19), Rettungsschwimmer bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Lübecker Bucht. „Die meisten, die so ein Board mieten, bleiben in der 300-Meter-Badezone“, hat er beobachtet. Wer abtreibe, könne sich notfalls auf dem Board ausruhen. „Das sinkt ja nicht.“

SUP auf der Ostsee, das geht bei Axel Sommer (59). Er verleiht Surfbretter und SUP-Boards in Timmendorfer Strand – und die Nachfrage wächst. Angefangen habe er vor etwa fünf Jahren mit fünf SUP-Boards, heute hat er 15. Die SUP-Boards seien etwas schmaler und länger als Surfboards. „So kommt man mit dem Paddel besser durch die Wellen.“ Seine SUP-Schülerin Maren (28) ist Windsurferin – und kippt doch immer wieder um. Spaß mache es trotzdem, findet sie.

Wer sich für professionelles SUP interessiert, sollte sich das Wochenende 29. Juni bis 1. Juli vormerken. Dann findet in Scharbeutz der Mercedes-Benz SUP-World-Cup statt.

Gute Badewasser-Qualität

Schleswig-Holsteins Gewässer locken auch in diesem Jahr mit guter Wasserqualität. „Nach den aktuellen Beprobungen der Gesundheitsämter ist die Badegewässerqualität in Schleswig-Holstein sehr gut“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg. Bei den bislang vorliegenden 180 Messungen gebe es keine Grenzwertüberschreitung. „Die aktuellen Messergebnisse bestätigen erneut die sehr gute Wasserqualität, die auch die EU in ihrem aktuellen Bericht bescheinigt.“ Die gestern in Kopenhagen vorgelegten Daten zu den europäischen Badegewässern stammen aus der Saison 2017. Dem EU-Bericht zufolge wurden 290 Stellen mit „ausgezeichnet“ bewertet, 26 bekamen die Note „gut“ und bei sechs war die Wasserqualität „ausreichend“.

 Marcus Stöcklin

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