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Norddeutschland Spendenrekord: Deutsche sind so hilfsbereit wie nie zuvor
Nachrichten Norddeutschland Spendenrekord: Deutsche sind so hilfsbereit wie nie zuvor
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22:10 30.12.2015
Vor allem für die Opfer des Erdbebens in Nepal und Flüchtlinge wurde gespendet. Quelle: Fotolia / Montage: Haller
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 Auch der Deutsche Spendenrat erwartet ein Rekordjahr. Im Norden war die Hilfsbereitschaft bei Spenden und ehrenamtlicher Hilfe ebenfalls groß, bestätigen gemeinnützige Organisationen.

„Das Engagement ist angestiegen. Wir stellen eine große Hilfsbereitschaft fest“, sagt Friedrich Keller, Sprecher der Diakonie. Gründe für die hohe Spendenbereitschaft seien das Mitgefühl mit den Opfern des Erdbebens in Nepal, die positive wirtschaftliche Entwicklung und die große Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge, sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des DZI. Davon hat auch das Lübecker Flüchtlingsforum profitiert. „Die Höhe der Spenden kann man nicht mal ansatzweise mit der im vergangenen Jahr vergleichen“, sagt Sprecherin Jana Schneider. Es seien etwa 350 000 Euro eingegangen. 2014 kamen keine 10 000 Euro zusammen. Die vielen Spenden kämen aufgrund des Engagements für die Flüchtlinge, erklärt Schneider.

„Es gab deutlich mehr Spenden als im Vorjahr“, bestätigt auch Dieter Schütz vom Deutschen Roten Kreuz. 40 Millionen Euro wurden dem DRK 2015 bundesweit gespendet. Fast zehn Millionen mehr als 2014 mit 29, 4 Millionen Euro. „Die Spendenbereitschaft bei Naturkatastrophen ist sehr groß. Viele emotionale Bilder in den Medien animieren die Menschen“, erklärt Schütz. Für Flüchtlinge seien neben Geld- auch viele Sachspenden eingegangen. Außerdem leisteten viele Menschen ehrenamtliche Hilfe. „Zeitspenden“, nennt Schleswig-Holsteins DRK-Landesvorstand Torsten Geerdts diese „beeindruckende Unterstützung“. „Überwältigend“ empfindet DRK-Präsident Rudolf Seiters sie. So habe man Hilfe vielleicht in der unmittelbaren Nachkriegszeit erlebt, „aber bisher nicht in der neuen Geschichte der Bundesrepublik“.

Mehr Unterstützung als im vergangenen Jahr gab es auch für die Arbeit des Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein. „Das hat mit der Flüchtlingsituation zu tun. Die gesellschaftliche Verantwortung motiviert“, sagt Geschäftsführerin Susanne Günther. Besonders im zweiten Halbjahr sei die Unterstützung groß gewesen. Im evangelischen Kirchenkreis Ostholstein ergab eine stichprobenartige Nachfrage in den 36 Gemeinden, dass bei den Kollekten ebenfalls mehr Geld zusammengekommen ist.

Die Katholische Kirche meldet allein 500 000 Euro, die in zehn Wochen für den Erzbischöflichen Fonds „Hilfen für Flüchtlinge“ zusammen kamen. Aber auch der Naturschutz liegt den Norddeutschen am Herzen. Greenpeace verzeichne einen Spendenzuwachs von vier Prozent, so Sprecher Gerhard Wallmeyer.

Von Alessandra Röder

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