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Norddeutschland Staub und Asche trüben den norddeutschen Himmel
Nachrichten Norddeutschland Staub und Asche trüben den norddeutschen Himmel
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08:12 18.10.2017
Dienstag, 9.50 Uhr: Rot schimmert die Sonne über Lübecks Altstadtgiebeln.  Quelle: Neelsen
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Lübeck

„Je mehr Staubpartikel sich in der Atmosphäre befinden, desto weniger blaue und grüne Lichtstrahlen kommen durch“, erklärt Meteorologe Adrian Leyser Deutschen Wetterdienst (DWD). Der übrig bleibende Rotlichtanteil lasse die Sonne so intensiv rot erscheinen. „Man muss sich das vorstellen wie einen Kamerafilter, durch den nur rote Strahlen durchkommen“, führt Leysers Kollege Benedikt März vom DWD in Hamburg aus.

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Die faszinierende Himmelserscheinung ist gerade bei Sonnenaufgang und -untergang zu beobachten, stellt Leyser fest. Die Sonne stehe flach am Horizont, ihre Strahlen wanderten länger durch die Luftschichten. Den Sand- und Aschestaub, in seiner geringen Konzentration nicht gesundheitsschädlich, tragen südwestliche Windströmungen, die uns auch die warmen Temperaturen der letzten Tage bescherten. „In der Atmosphäre verbindet sich der Staub mit Wasserdampf“, erklärt Sebastian Wache, Diplom Meteorologe bei der Wetter-Welt GmbH in Kiel.

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Wie lange die glutrote Pracht noch andauert, darüber streiten die Gelehrten. „Das Sturmtief mit der zugehörigen Kaltfront über Norddeutschland schwächt sich ab“, meint Meteorologe März. Schon heute sei das Phänomen der „Glutsonne“ aus seiner Sicht kaum mehr wahrnehmbar. „An der Südküste Englands und in der Bretagne ist es am ehesten noch einmal zu bewundern.“

„Der Sahara-Staub wird noch bis morgen in der Atmosphäre über Deutschland sein“, sagt dagegen Sebastian Wache. Damit werde auch die verdunkelte Sonne vormittags und abends erneut sichtbar. Ab Freitag, so die Vorhersage, soll das Wetter dann ohnehin schlechter und wechselhafter werden, der Himmel zieht sich zu.

Starke Hurrikans wie „Ophelia“gebe es aufgrund des Klimawandels zunehmend häufiger, sagte Prof. Martin Claußen, einer der Direktoren des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Dies hänge mit der Erderwärmung zusammen. Ob damit auch die Wiederkehr eines optischen Phänomens wie der „Glutsonne“ wahrscheinlicher werde, sei aber ungewiss, so Claußen.

Hier sehen Sie den Sonnenuntergang am Dienstagabend über dem LN-Parkplatz:

Von Marcus Stöcklin und Teresa Claussen

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